[Anthologie] Unheimliche Geschichten von Edgar Allan Poe

Bei dieser Anthologie hatte ich lange überlegt ob ich sie doch zu den Klassiker Beiträgen packen soll, aber ich habe mich zunächst dagegen entschieden. Vielleicht mit dem zweiten Band der Unheimlichen Geschichten.

Was soll ich sagen, die Bücher von Jacoby & Stuart sind einfach ein Hingucker. Und dazu noch die tollen Illustrationen von Benjamin Lacombe. Ich bin einfach verliebt in diese Bücher. 😀

 

Aber nicht nur, dass zwischendurch immer mal wieder kleiner Illustrationen zu finden sind, nein manchmal hat man eine ganze Doppelseite, die mir einen Schauer über den Rücken jagen konnte. Dazu kommt auch, dass die einzelnen Geschichte jeweils abwechselnd auf weißen Seiten mit schwarzer Schrift und auf schwarzen Seiten mit weißer Schrift. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Hinten im Buch findet man dann noch ein Glossar und einige Fußnoten. Um ehrlich zu sein hätte ich es besser gefunden, wenn vielleicht noch ein oder zwei Sätze mehr zu den jeweiligen Geschichten gefallen wäre als nur wann und wo sie veröffentlicht wurden.
Aber die kurzen Biographien zu Edgar Allan Poe und Benjamin Lacombe fand ich sehr gut und deshalb machen wir auch damit weiter.


Der Autor

Edgar Allan Poe wurde 1809 geboren und nachdem sein Vater die Familie bereits kurz nach der Geburt verlassen hat und seine Mutter dann auch noch 1811 gestorben ist, wurde er von einen Tabakhändler namens John Allan aufgenommen. Poe wurde auf einige Privatschulen geschickt und das nicht nur in Amerika, auch in Großbritannien ging er 5 Jahre zur Schule. Doch als er mit 17 Jahren zur Universität von Virginia ging, begannen auch die Konflikte zwischen ihm und seinen Pflegeeltern, die er daraufhin verließ. Sein Studium führte er auch nicht weiter.

1827 veröffentlichte er dann auf eigene Kosten seine erste Gedichtsammlung Tamerlane und andere Gedichte. Und zwei Jahre später nahm ihn eine Tante, Maria Clemm, auf. Deren Tochter Virginia heiratete er dann 1835, die Vorbild für viele seiner Frauenfiguren wurde.

Vier Jahre vorher begann seine eigentliche Karriere als Autor von Kurzgeschichten, doch auch wenn er für verschiedene Zeitungen arbeitete und viele Novellen, Geschichten und Gedichte veröffentlichte, erhielt er nur einen Achtungserfolg. Erst 1845 erzielte er mit Der Rabe einen ersten großen Erfolg. Allerdings blieb ihm zu Lebzeiten der kommerzielle Erfolg verwehrt.

Hat mir besonders gut gefallen

Ich bin ja eigentlich ein großer Fan seiner Geschichte Das verräterische Herz und auch wenn ich euch diese hier nicht vorstelle, lege ich sie doch jedem von euch einmal nahe zu lesen.
Näher vorstellen möchte ich euch heute Morella.
Der Ich-Erzähler gerät in den Bann von Morella, doch liebt er sie nicht, sondern „das Schicksal verband uns am Altare“. Morella hingegen liebt ihn leidenschaftlich und irgendwie scheint er sich damit abzufinden. Doch dann stirbt sie im Kindbett. Doch seine Tochter liebt er heiß und innig, die er einer Eingebung folgend auch Morella nennt.

Diese Geschichte ist gruselig angehaucht und das Ende gefällt mir wirklich ausgesprochen gut. Auch wenn hier nicht so viel gruseliges passiert, schafft es Poe eine Atmosphäre des Unbehagens zu schaffen, die nicht nur den Ich-Erzähler befällt sondern auch ich gespürt habe.
Ich gebe allerdings zu, dass es nicht immer leicht war den Geschichten von Poe zu folgen, denn seine Schreibweise ist einfach veraltet und die Sätze sind lang und verschachtelt. Dieses Buch ist kein Lesegenuss für zwischendurch.

 

Hat mir nicht so gut gefallen

Und genau das hat mir vielleicht auch Das Eiland und die Fee etwas vermiest. Denn hier hatte ich leider so überhaupt keinen Überblick, was mir Poe eigentlich sagen wollte.

Der Ich-Erzähler rudert zu einer Insel und dort erblickt er eine Fee, die in einem Boot ihre Kreise um die Insel zieht. Bei jeder Umrundung ist sie dem Tod ein Jahr näher.

Naja, wie gesagt habe ich diese Geschichte nicht ganz durchschaut und um ehrlich zu sein, besonders gruselig fand ich sie auch nicht. Vielleicht sollte ich mal recherchieren, was mir Poe mit dieser Geschichte sagen möchte.

 

Fazit

Dieser Band ist nicht immer leicht zu lesen, denn die altertümliche Sprachweise von Poe macht vieles doch kompliziert und so musste ich manchmal Zeilen zweimal lesen um die Geschichte zu verstehen. Außerdem ähneln sich einige der Kurzgeschichten doch stark und das ist in einer Anthologie nicht von Vorteil, denn so hat man schnell ein Déjà-vu Empfinden.
Ansonsten ist das Buch aber so toll gestaltet und natürlich sind die Geschichten nicht schlecht (trotz meiner Kritik) und wenn man etwas Geld übrig hat, darf es eigentlich nicht in einem guten Horror- bzw. Schauerregal fehlen. 😉


Kennt ihr diese Anthologie? Wie fandet ihr das Buch? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Liebe Grüße
Eure Diana

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