Zorn – Wo kein Licht von Stephan Ludwig

Ich weiß nicht warum, aber die unsympathischen Ermittler mag ich momentan sehr gerne und dazu zählt auch Zorn.

Inhalt


Ein Toter wird im Fluss gefunden, offensichtlich ein Selbstmord, ein weiterer Mann verschwindet spurlos.
Doch auch wenn die beiden Fälle scheinbar nichts miteinander zu tun haben, scheinen sie doch zu einer gemeinsamen Sache zu gehören. Nur wie gehört alles zusammen?


Meine Meinung


Ich mag die Zorn Cover sehr gerne. Sie sind alle sehr schlicht zwar, aber die Farben (okay hier eher Nicht-Farbe 😉 ) sind immer echt ausdrucksstark.
Auch Zorn selber mag ich irgendwie. Klar, er kann manchmal ein wirklicher Idiot sein und er übernimmt einfach keine Verantwortung und lässt natürlich auch hier wieder Schröder fast alles alleine machen, aber trotzdem weiß ich wo ich bei ihm bin und kann ihn einschätzen.

Schröder ist da schon eine ganz andere Nummer, ihn kann ich auch nach drei Büchern immer noch nicht so richtig einschätzen. Er ist einfach sehr still und gibt kaum Dinge von sich preis.
Aber, und das kommt hier wirklich, in diesem Band erfahren wir doch ein bisschen was mehr von Schröder und nicht nur ich als Leserin, auch Zorn zeigt etwas mehr Interesse an seinem Kollegen und erfährt so einiges was er noch nicht wusste.
Und so muss ich auch ganz ehrlich sagen, war ich doch etwas mehr diesmal von den Leben der beiden Hauptkommissare gefesselt als von dem eigentlichen Mordfall.
Ich fand es spannend geschrieben wie die beiden etwas näher zueinander finden und wie Zorn über seinen Schatten springt und etwas mit Schröder unternimmt. Zorn wirkt in diesem Band menschlicher, nicht mehr wie der einzelgängerische Egomane, den ich vorher kennen gelernt habe. Er hat doch diesen weichen Kern in sich. 🙂

Aber trotzdem war natürlich auch der Fall für mich interessant. Was nach einem Selbstmord aussieht, der in keinem Zusammenhang mit dem Verschwinden des anderen Mannes scheint, entpuppt sich dann doch zu etwas komplexeren und natürlich findet Schröder wieder die richtige Spur.
Okay, ich muss zugeben, an einigen Stellen waren es vielleicht doch etwas zu viele Zufälle und gerade Zorn stolpert ja gerne mal einfach so auf den richtigen Weg zur Lösung, aber das störte den Lesefluss gar nicht und gehört schon irgendwie fast zur Story dazu.

Was natürlich sehr zur Spannung beiträgt ist der Stil in dem Stephan Ludwig seine Bücher schreibt. Die Kapitel sind nicht immer sehr lang und enden meist in kleinen Cliffhangern. Diese Unterbrechungen machten mich sehr neugierig und hindern einen daran einfach aufzuhören. Da geht noch ein Kapitel! 😉
Dazu wird das Tempo der Geschichte dadurch und gerade gegen Ende nochmal so richtig angehoben und man muss einfach wissen wie es ausgeht. Und ich muss sagen, es gibt wirklich noch eine sehr interessante Wendung mit der ich so gar nicht gerechnet hatte.
Nachdem der Fall dann aufgelöst wurde kommt noch eine kleine traurige Sache und dann ist das Buch auch schon zu Ende. Wie kann es weitergehen?


Mein Fazit


Meiner Meinung nach hat Stephan Ludwig in seinem Roman vieles einfach nur gut gemacht, denn durch die nicht allzu langen Kapitel wird es nicht langweilig und gerade gegen Ende baut er noch kleinere Cliffhanger ein, die neben der Spannung auch noch das Tempo anheben. So mag man gar nicht aufhören und muss das Buch einfach zu Ende lesen.
Dazu kommt, dass ich Zorn einfach mag, obwohl er so ein eigenwilliger Charakter ist. Aber wie wir hier in diesem Band auch lernen, unter seiner harten Schale steckt doch irgendwo ein weicher Kern. Ganz klein, versteckt. 😉

Fakten zum Buch
Autor: 
Stephen Ludwig
Titel: Wo kein Licht
Reihentitel: Zorn
Band: 3
Verlag: Fischer Taschenbuchverlag
Seitenzahl: 402
ISBN: 978-3-596-19636-4
Preis: 9,99€

 
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