[Klassikerjahr] Robert Louis Stevenson

Neuer Monat, neuer Beitrag zu den Klassikern.

Um das nochmal kurz zu erklären, ich möchte im Jahr 2020 gerne 12 Klassiker lesen und auf meinem Blog vorstellen. Dafür habe ich mir schon eine Liste angelegt, die ihr hier in meinem Ankündigungsbeitrag nochmal nachlesen könnt.

Aber ich möchte nicht nur einfach das Buch lesen, sondern auch etwas über den Autor / die Autorin hinter dem Werk erfahren. Deshalb gibt es dann hier keine einfache Rezension.

In diesem Monat geht es auf eine Insel, um genauer zu sein auf eine Schatzinsel.
Und es ist wohl einer der bekanntesten Romane für Kinder und Jugendliche überhaupt. Nämlich Die Schatzinsel von Robert Louis Stevenson. Doch was inspirierte den Schriftsteller dazu diesen Roman zu schreiben? Dieser Frage gehe ich dann mit dem Buch Das Geheimnis der Schatzinsel von Ina Knobloch nach.

Zum Buch

Eines Abends steht er vor der Tür der Wirtschaft Admiral Benbow. William „Bill“ Bones ist ein alter Seemann und nimmt sich dort ein Zimmer. Er verspricht den Wirtsleuten mehr als er ihnen schuldig ist und wirkt so als würde er verfolgt.
Nachdem dann der Wirt gestorben ist, bleiben sein Sohn Jim Hawkins und seine Witwe zurück und trauen sich auch nicht Bill Bones rauszuwerfen. Doch das brauchen sie auch nicht, denn eines Nachts stehen Piraten vor der Tür und bevor Bones fliehen kann stirbt er. Jim und seine Mutter finden in seiner Truhe eine Schatzkarte, bevor die Piraten das Wirtshaus stürmen können. Und damit beginnt die Suche nach dem Schatz. 😉

Jim Hawkins hat genau die richtige Mischung aus naivem Kind und gewitztem Pirat und das fand ich gut. Manchmal konnte man sich nur an den Kopf fassen, aber meistens rettet er durch seine unbedachten Aktionen die Situation. Besonders auf der Schatzinsel selber, wo es dann sehr abenteuerlich zugeht, weil es dort eine Meuterei gibt. Natürlich, wer möchte denn schon gerne einen Schatz mit einer ganzen Mannschaft teilen?
Der Roman lässt sich gut lesen und ist auch sehr spannend teilweise, aber um ehrlich zu sein, landet man doch etwas spät auf der Schatzinsel und die Story baut sich einfach recht langsam auf. Das ist so meine Kritik an dem Buch, aber es ist auch eher nur jammern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen wurde ich gut unterhalten.
Die Schatzinsel hat einfach das gehalten was sie verspricht, einen spannenden Abenteuerroman mit Piraten und Schatzjagden. 🙂

Im Kontext

Um den Kontext zur Geschichte einem Stück weit näher zu kommen habe ich das Buch von Ina Knobloch gelesen. In ihrem Buch Das Geheimnis der Schatzinsel geht sie nicht nur R.L. Stevenson auf den Grund, sondern der Insel, die ihn zu seinem Roman inspiriert hat, der Kokosinsel in Costa Rica.
Diese Insel umkreisen viele Geschichten und noch immer würden gerne Schatzjäger dort auf die Suche gehen um einen der dort vergrabenen Schätze zu bergen. Aber Costa Rica hat die Insel zum Naturschutzgebiet erklärt und es werden keine Genehmigungen erteilt um dort zu graben. Was ich richtig finde, wenn man die tollen Schilderungen der Natur dort von Ina Knobloch liest und einem klar wird, dass dieses kleine Eiland geschützt werden muss.

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, denn sehr anschaulich und interessant erzählt Ina Knobloch die verschiedenen Expeditionen, die sie selber zur Kokosinsel unternahm und dabei kommen die Geschichten der Schätze nicht zu kurz. Wenn sie von Dingen berichtete, die nicht genau nachweisbar sind hat sie das klar hervorgehoben, aber eine spannende Geschichte darum herum gesponnen, wie es hätte sein können. Zum Beispiel wie der große Kirchenschatz von Lima vielleicht auf die Insel gekommen ist.
Ich finde es äußerst spannend, dass es wohl noch einen so großen Schatz gibt, der noch unentdeckt auf unserer Welt liegt. Und genau das hat wohl auch Robert Louis Stevenson fasziniert, als er seine Schatzinsel schrieb, die 1883 dann erschien.
Dass es sich wohl um die Kokosinsel handelt, scheint meiner Meinung nach klar, aber nicht ganz genau ist klar, wie viel Stevenson wohl wirklich über die Schätze wusste und vor allem von wem genau er seine Informationen bekommen hat. Ob von John Keating, der selber mehrere Expeditionen zur Insel unternahm und nach eigenen Angaben auch einen Teil des Schatzes gehoben hat oder von August Gissler, ein Deutscher, der 1889 das erste Mal zur Kokosinsel kam und diese fast 20 Jahre nicht mehr verlassen hat.

Auf jeden Fall ist die Geschichte hinter Stevensons Roman genauso interessant finde ich und wenn man die Parallelen sieht, wie hier zum Beispiel in den Skizzen zur Insel ist es noch außergewöhnlicher. Die kleine Skizze ist eine mutmaßliche Originalskizze von Stevenson, die mit mehreren Kreuzen versehen ist, die eine Lagerstatt eines Schatzes sein sollen. Die große Skizze ist eine Zeichnung der Schatzinsel aus der Originalausgabe des Buches von 1883.

Nach der Lektüre bekommt man so richtig Lust auf Schatzjagd zu gehen, denn es verspricht einem Spannung und Abenteuer. Ein wirklich empfehlenswertes Buch. 🙂

Zum Autor

Robert Louis Stevenson wurde 1850 in Edinburgh als einziges Kind eines Ingenieurs und Leuchtturmbauers und seiner Frau geboren. Stevenson litt schon früh an Lungenproblemen und dadurch konnte er nicht, wie von seiner Familie gewünscht auch Ingenieur werden und in die Fußstapfen seines Vaters treten. Stattdessen wollte er schon immer schreiben, aber das gefiel dem Vater nicht so ganz, deshalb einigte man sich darauf, dass Stevenson Jura studiert. Da schon begann sein Interesse für die Kriminalfälle und die Psychologie der Täter.

1879 kam er dann nach San Francisco, obwohl seine Familie dagegen war, aber er kam hauptsächlich der Liebe wegen. Dort scheint dann sein Interesse für die Schatzjäger dieser Zeit noch mehr gestiegen zu sein, denn er war öfter in den Tavernen anzutreffen und ging fast täglich zum Hafen.
Was ich besonders interessant fand, ist die Tatsache, dass Stevenson seine Schatzinsel bewusst schon für die jugendlichen Leser geschrieben haben soll. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken, die im Nachhinein zu den Kinderwerken zählten (z.B. Gullivers Reisen von Jonathan Swift).

1880 war es dann soweit, Fanny Osbourne, die sich mittlerweile hatte scheiden lassen, und Stevenson heirateten und weil beide eine angeschlagene Gesundheit hatte, ging die Hochzeitsreise dann an den Kurort Calistoga.
Durch seine Reise nach Kalifornien hatte er sich mit seine Eltern überworfen, aber zur Hochzeit hatte sich das Verhältnis wieder gebessert und Stevenson und seine kleine Familie (Fannys Sohn Lloyd war immer mit dabei) fuhren zurück nach Schottland.

Nachdem er dann in einem weiteren Kurhotel, diesmal in Davos, einen Aufenthalt verbrachte, beendete er Die Schatzinsel.
1890 ließ Stevenson sich dann endgültig auf Samoa nieder und dort verstarb er dann auch 1894.


Meinen Beitrag habe ich natürlich selber geschrieben, aber ich habe einige Fakten aus dem Buch Das Geheimnis der Schatzinsel von Ina Knobloch und dem Wikipedia Eintrag zu Robert Louis Stevenson entnommen.

Beim nächsten Mal widme ich mich wieder einer Suche. Und zwar die Suche nach dem Weißen Wal. Richtig, es geht um Moby Dick von Herman Melville.

Ich freue mich über jeden Kommentar zu meiner Klassikerreihe. 

Liebe Grüße
Eure Diana

Loading Likes...

5
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
2 Kommentar Themen
3 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
2 Kommentatoren
Diana SchweinsburgBuchperlenblog Letzte Kommentartoren

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Buchperlenblog
Gast

Liebe Diana! Die Schatzinsel steht schon lange auf der Liste der Bücher, die ich noch lesen möchte. Deinen bericht dazu fand ich gerade richtig klasse, sehr anschaulich und in die Tiefe gehend. Das Beibuch würde ich mir auch definitiv dazu kaufen, da ich es iommer ganz spannend finde, herauszufinden, wo Fiktion aufhört und Realität beginnt. Ich bin sehr gespannt, wie dir Moby Dick gefallen wird! Liest du dann die gekürzte oder die Langform? Ich habe mich damals für die gekürzte entschieden, und fand auch die noch relativ .. langatmig. 😀 (Es gibt aber ein tollen Comic dazu, der das wesentliche… Weiterlesen »

trackback

[…] Ich-Form: eine Geschichte die aus der Sicht einer/eines Protagonist_in (oder mehreren) geschildert wirdDie Schatzinsel von Robert Louis Stevenson […]