Das Lied der Nacht von C.E. Bernard

Ich werde wohl diese Reihe nicht weiter verfolgen.

Triggerwarnung: Es wird teilweise sehr deutlich über Vergewaltigungen, Massenmord und Tierquälerei geschrieben. 
Werbung: Ich bedanke mich beim Bloggerportal und dem Penhaligon Verlag für das Rezensionsexemplar. Diese Rezension spiegelt meine eigene Meinung wider und wurde nicht beeinflusst. 

Inhalt


Die Schatten sind nach Schur gekommen und bringen rücksichtslos alles um. Einzig ein Bruder und eine Schwester haben das Massaker in Festra überlebt und sie müssen eine Botschaft weitergeben. Wie man die Schatten besiegen kann.
Doch das Mittel ist verboten in Schur, denn in der Nacht darf kein Licht entzündet werden und alle müssen schweigen.

„Ein Lied. Ein Lied sollte also ihre Rettung sein.“ (S. 165)


Meine Meinung


Das Cover finde ich sehr ansprechend und ist mir direkt ins Auge gefallen. Außerdem muss ich sagen, dass es sehr gut in der Hand liegt.
Und die digitalen Sonderinhalte finde ich natürlich sehr cool. Besonders weil die Karte in Schwarzweiß im Buch nicht so gut zu erkennen ist, aber in Farbe auf meinem Tablet ist sie einfach echt klasse. Hätte gerne mehr sein können. 😉  

Aber nun zum Inhalt.

Zunächst brauchte ich ein paar Seiten um mich in den gewöhnungsbedürftigen Schreibstil einzufinden. Denn die Autorin wechselt von einer Zeile zur nächsten die Orte. Befindet man sich gerade noch in Festra und erlebt wie die Bevölkerung dort ermordet wird, ist man in der nächsten Zeile bei dem Wanderer Weyd und seinen Gefährten.
Doch mit den Formulierungen konnte sie mich dann doch überzeugen und ich mochte es, denn es war mal was anderes als sonst. Kleine Kostprobe?

“Und während Caer und Weyd die Tür des Posthauses hinter sich zuzogen, setzten sich die Bewohner von Festra in ihren Betten auf, von der Ahnung geweckt, draußen etwas gehört zu haben.”

Okay, man muss es wohl im ganzen lesen um zu verstehen was ich meine, aber es hat mich etwas an die großen Epen wie Der Herr der Ringe erinnert. Und ich war wirklich gespannt, ob das Buch halten konnte was es mir versprach.

Kleiner Spoiler: Konnte es leider nicht.

Schnell trat die Geschichte etwas auf der Stelle herum und es baute sich nur langsam Spannung auf. Und dazu kommt, dass ich relativ schnell von den Figuren genervt war. Alle haben irgendein Geheimnis und niemand spricht mit den anderen. Allen voran Weyd, der eine der Hauptpersonen ist. Und leider auch einer der extrem nervigen.
Ich hasse es total, wenn in Büchern beschrieben wird, wie toll doch eine Gemeinschaft von Gefährten ist, aber jeder dann doch seine eigenen Süppchen kocht und nicht mit den anderen spricht und seine Geheimnisse teil. Wie gut kann dann die Gruppe wirklich sein?
Außerdem passiert dann meist irgendwas und dann ist es zu spät seine Geheimnisse mit den anderen zu teilen. Warum, verdammt nochmal, reden die Leute nicht miteinander?

Dazu kommt, dass Weyd einen übertriebenen Beschützerinstinkt hat. Er muss immer alles alleine machen und natürlich ist es zum Wohle seiner Gefährten. Warum? Ist er der super tolle Hecht? Nein, als solcher sieht er sich noch nicht mal. Aber warum kann er dann nicht seine Freunde selber entscheiden lassen und muss alles für die anderen in die Hand nehmen?
Info an dich Weyd: Es sind alles erwachsene Menschen, die durchaus selber denken können. Ihr merkt sicher, das hat mich ganz schön auf die Palme gebracht.

Das Ende ist zwar dann wieder spannender geschrieben konnte mich dann aber auch nicht mehr so fesseln, dass ich die Reihe weiter verfolgen werde. Dafür habe ich mich doch zu sehr geärgert über die Figuren und besonders über Weyd.


Mein Fazit


Die Geschichte hat doch einiges versprochen und hat mich sogar mit coolen digitalen Sonderinhalten gelockt, aber letztendlich war das auch das coolste am Buch für mich. Die Story dümpelt in der Mitte so dahin und bekommt erst wieder auf den letzten Seiten mehr Fahrt, aber da war für mich schon der Drops gelutscht. Denn mit den Figuren wurde ich auch so gar nicht warm. Diese Geheimniskrämerei kann ich so gar nicht leiden in Büchern und ich war zusehends genervter. Manchmal war einfach alles zu viel. Zu viele Klischees der Figuren und ja, auch manchmal zu viel des außergewöhnlichen Schreibstils. Etwas weniger davon und dafür mehr Spannung hätte dem Buch bestimmt gut getan. Sorry, aber für mich war dieser Reihenauftakt überhaupt nichts.

Fakten zum Buch:
Autorin:
C.E. Bernard
Titel: Das Lied der Nacht
Reihentitel: Die Wayfarer-Saga
Band: 1
Verlag: Penhaligon
Seitenzahl: 409
ISBN: 978-3-764532635
Preis: 15,00€

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Buchperlenblog

Huhu Diana!
Über diesen Reihenauftakt stolpert man in den letzten Tagen ja immer wieder – schön, hier mal eine etwas andere Meinung zu lesen! Was du beschreibst, könnte auch mich enorm nerven mit der Zeit, ich möchte die Menschen auch immer packen, schütteln und fragen, warum sie nicht einfach miteinander reden 😀

Mehr Glück beim nächsten Buch und alles Liebe!
Gabriela

Tina

Hallo, liebe Diana!
Ich habe sehr interessiert deine Rezension zu “Das Lied” der Nacht gelesen, denn es liegt derzeit auf meinem SuB und wartet darauf, gelesen zu werden. Schade, dass der Roman dich nicht packen konnte! Und ich bin gespannt, ob ich am Ende deiner Meinung zustimme oder ich vielleicht ganz anders darüber denke. Aber deine Kritikpunkte werden mich vermutlich auch eher stören.
Viele liebe Grüße
Tina

Tina

Liebe Diana,

holla die Waldfee, damit hätte ich ja nicht gerechnet. C.E. Bernard ist eine atablierte erfahrene Autorin und ich hätte gedacht, dass die reihe echt etwas her gibt. Mal schauen, ich werde sie trotzdem irgendwann in Erwägung ziehen, wenn ich Palace of glass irgendwann mal schaffe. *hust

Viele Grüße
Tina