Arbeiten während einer Pandemie

Ich weiß, das Thema nervt euch wahrscheinlich genauso wie mich, aber trotzdem hatte ich Lust einen kleinen Beitrag darüber zu schreiben, wie mein Arbeitsalltag durch die Pandemie beeinflusst wurde. Vielleicht habt ihr ja trotzdem Lust mal reinzulesen.

Als es im März 2020 so richtig losging, also mit dem Lockdown, war ich gerade zu Hause und so konnte ich alles nur über die Whatsapp Gruppe von der Arbeit mitverfolgen. Alles ging wirklich sehr schnell, Freitagnachmittag wurde beschlossen, die Bibliothek schließt. Wow, das war krass.
Dazu kam dann noch, dass wir privat natürlich die Betreuung unseres Krümels organisieren mussten.
Deshalb war ich in dieser Zeit gar nicht in der Bibliothek und startete quasi dann auch erst als die Kund*innen diese wieder betreten durften.

Das war natürlich eine schwierige Zeit für alle und wir hatten auch zuerst eine Aufenthaltsbeschränkung von 20 Minuten. Diese wurde dann allerdings im späteren Verlauf verlängert und dann ganz abgeschafft.
Ich selber bin hart an meine Grenzen gestoßen, denn normalerweise komme ich ganz gut mit stressigen Situationen zurecht, aber das war für mich anders, denn wir sollten neben unseren sonstigen Tätigkeiten den Wachdienst bei der Ausgangskontrolle unterstützen und dort wurde ich dann mit anderem Stress konfrontiert. Die Leute waren genervt von den Masken, die sie bei uns tragen müssen (auch hier wurden die Auflagen immer strenger von einem „Wunsch“ sie sollten sie tragen bis zur Pflicht) und wollten nicht immer die Zettel ausfüllen, die wir für das Gesundheitsamt haben müssen. Zudem viele einfach nur einen Teil ausgefüllt haben und man jedes Mal dann eine Diskussion führen musste, warum das wichtig ist. Das strengte mich wirklich wahnsinnig an und eines Tages hatte ich dann einen Zusammenbruch und konnte einfach nicht mehr. Das hat mich echt fertig gemacht, aber zum Glück konnte diese Situation für mich gelöst werden und ich konnte wieder etwas ruhiger zur Arbeit kommen. Denn eine Zeitlang ging ich wirklich mit Magenschmerzen dorthin. Ich war aber froh, dass ich auf der Arbeit auf Verständnis gestoßen bin und meine Probleme nicht leichtfertig abgehandelt wurden. 

Natürlich war das nicht der einzige Stressfaktor, denn ich bin auch noch bis November mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit gekommen und es ist auch ungewöhnlich den ganzen Tag eine Maske zu tragen. Aber damit komme ich mittlerweile zurecht. Und wie mein Mann so passend festgestellt hat, diesen Winter waren wir gar nicht krank. Weshalb ich auch beschlossen habe, auch wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen haben, werde ich im Herbst/Winter weiterhin eine Maske in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen.
Momentan kann ich zum Glück mit dem Auto zur Arbeit kommen, denn mein Arbeitgeber erstattet netterweise die Parkgebühren. Natürlich bis zu einer bestimmten Zeit, aber so kann ich zumindest gerade ohne viel Stress zur Arbeit fahren. Und ich konnte nach und nach ruhiger werden und habe festgestellt, dass es mir gesundheitlich wieder besser geht (Stress schlägt mir immer direkt auf den Magen).

Momentan sind wir wieder in einer Schließungszeit und ich verbringe meine Tage teilweise mit Homeoffice. Was nicht immer einfach ist, denn unbegrenzt Arbeit für zu Hause habe ich nicht, aber ich habe Glück einen guten Arbeitgeber zu haben, denn auch wenn ich mich manchmal vielleicht beschwere, ist das eher Jammern auf hohem Niveau, denn ich musste weder in Kurzarbeit noch habe ich meinen Job ganz verloren.

Wieder eine Neuerung brachte dann unser To Go Service. Das heißt die Kund*innen können bis zu 5 Medien die vor Ort im Regal stehen, bestellen und wir leihen aus und geben an einem Fenster die fertig gepackten Tüten einfach nur raus. Ich finde das Angebot gut und die Leute am Fenster sind wirklich sehr dankbar für diese Sache. Es tut gut, wieder die Menschen etwas fröhlicher zu sehen und sei es auch nur, weil sie einen neuen Roman oder ein Sachbuch für die Facharbeit lesen können. Außerdem haben mein Mann und ich mit unseren Arbeitgebern alles soweit geregelt, dass Krümel weiterhin zu Hause bleiben kann und dazu noch regelmäßig seine Cousine zum Spielen treffen kann. Für mich heißt das konkret ich gehe zwei Tage in die Bibliothek zum Arbeiten und bin zwei Tage im Homeoffice. Das ist eine Lösung die für uns im Moment sehr gut funktioniert, vor allem weil ich an den zwei Tagen zu Hause mit meiner Chefin zusammen ein sogenanntes Lernteam für Kund*innen zum Thema Bullet Journal moderiere. Dazu wollte ich aber wenn alles vorbei ist, also wahrscheinlich im März, einen eigenen Beitrag schreiben. 😉

Und obwohl ich merke, dass es mir gerade wieder besser geht und ich mit der Situation einigermaßen zurechtkomme, wäre ich dankbar, wenn es bald wieder in gewohnten Bahnen läuft. Ich bin einfach ein Gewohnheitstier und habe Angst, dass ich wieder schwer in ein „normales“ Leben zurück finden kann, wenn ich mich einmal an diesen Wechsel zu Hause/Arbeit gewöhnt habe.
Mal davon abgesehen, ist Homeoffice auch nicht so toll wie man vielleicht denkt, denn konnte ich sonst immer Arbeit und Familie streng voneinander trennen, verwischen jetzt die Grenzen und man macht einfach alles auf einmal. Kind bespaßen, kochen und dann fällt einem noch auf, man könnte ja schnell eine Maschine Wäsche anschalten. Klar, alles in der Pause zwischen der Arbeit.
Das ist eine andere Art von Stress und obwohl es auszuhaltender Stress ist, merke ich, wie fertig und müde mich das dann wieder macht.

Tja, mein Fazit bleibt einfach: Alles irgendwie Doof!

Wie läuft eure Arbeit momentan ab? Könnt ihr überhaupt noch arbeiten gehen oder seid ihr von Kurzarbeit oder noch schlimmeren betroffen?
Hinterlasst mir gerne einen Kommentar dazu hier und ja, ihr dürft euch auch gerne einfach mal so richtig auskotzen! <3

Liebe Grüße
Eure Diana

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Tina

Hallöchen Diana, ich will nicht mehr und das soll einfach alles vorbei gehen und aller paar Wochen sind die Regelungen anders und im Endeffekt müssen wir jetzt langsam mal lernen, dass Corona nicht verschwinden wird. Natürlich halte ich mich an die Regel, trage Maske, versuche Abstand zu halten, bin seit Monaten wieder im Home Office, aber mir fehlt das Leben. Essen gehen, Kino, Veranstaltungen, bummeln, Museen besuchen, Zoos, tTagesausflüge, Urlaub! Ich habe mich diese Woche mit einigen unterhalten aus Familie und Freunde. Klar, kommt man zurecht, wenn man arbeiten gehen kann und seinen Alltag bewältigt, aber es fehlen die Highlights,… Weiterlesen »

[…] Friday Geschichten. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch, dass ich einen Beitrag über meine Arbeit während der Pandemie verfasst habe. Einfach weil ich Lust dazu hatten und mal alles rauslassen […]