[Anthologie] Highway ins Dunkel von Dean Koontz

Leider habe ich es diesmal nicht zum letzten Mittwoch im Mai geschafft, aber nun ist es eben der erste Mittwoch im Juni. 😉

Dieses Buch liegt auch schon etwas länger auf meinem SuB. Denn ich habe eine Zeitlang sehr viel Dean Koontz gelesen und deshalb habe ich mir mal eine ganze Kiste von gebrauchten Büchern gekauft. Naja, bis jetzt habe ich noch nicht alle gelesen und auch schon einige wieder ungelesen aussortiert, aber Highway ins Dunkel ist geblieben und passt hervorragend in mein Anthologien Jahr. 

Ich habe schon einige Bücher von Dean Koontz gelesen, aber so richtig einem Genre zuordnen kann ich ihn nicht. Klar, er wird als Horrorautor gehandelt, aber so wirklich Horror sind nicht immer seine Geschichten, denn zwischendurch schwingt auch so etwas Science-Fiction mäßiges mit und dann wieder viele Thrillerelemente. Ich würde ihn in keine Schublade stecken wollen und genauso ging es mir auch mit seinen Kurzgeschichten in diesem Buch.
Es ist so ein Querschnitt von dem was er so schreibt und ich habe den Geschichten gerne gelauscht.

Man steigt ohne große Vorrede direkt mit der ersten Geschichte in die Anthologie ein und diese ist fast schon keine Kurzgeschichte mehr, denn sie nimmt direkt mal fast 200 Seiten des Buches in Anspruch. Dadurch war ich natürlich von dieser sehr gefesselt, da ich hier dementsprechend auch länger verweilte als bei den anderen Geschichten. Selbst Dean Koontz schwankt, ob man diese Geschichte als Kurzgeschichte bezeichnen kann. Denn das tolle am Buch ist, dass es am Ende eine längere Anmerkung für uns Leser*innen gibt in der uns der Autor über einige Dinge aufklärt. Zum Beispiel wie es dazu kam das er mit dem Schreiben angefangen hat und speziell das Gebiet Kurzgeschichten und dann erzählt er auch noch wie einige der Geschichten im Buch entstanden sind. Genau diese Informationen mag ich immer zu Anthologien, denn dann bekommt das Gesamtbild einen Rahmen und das finde ich sehr interessant. 🙂 

Der Autor

Dean Koontz ist schreibtechnisch ähnlich umtriebig wie Herr King und auch auf demselben Gebiet zu finden. Denn meistens schreibt er Horrorgeschichten und für meinen Geschmack nicht schlechte. 😉
Allerdings, wie ich oben schon erwähnt habe, nicht nur Horror, denn seine Bandbreite ist weit und genauso weit ist auch meine Zuneigung zu seinen Büchern gefächert. Ich habe schon deutlich mehr Koontz Bücher abgebrochen als King’sche Werke. Einfach weil es mir manchmal doch etwas zu skurril ist.
Aber sein Erfolg lässt vermuten, dass es nicht nur mir so geht, denn wenn man, laut Wikipedia, „mit 500 Millionen verkauften Büchern (Stand Januar 2017) zu den erfolgreichsten lebenden Autoren“ zählt, ist das doch schon eine Leistung auf die man stolz sein kann. 🙂

Und das obwohl seine Eltern ihn nie unterstützt haben und Lesen und Schreiben für eine Verschwendung von Zeit und Geld hielten. Aber davon ließ er sich nicht abhalten und verkaufte im Alter von 8 Jahren seine Kurzgeschichten auf zusammengehefteten Papierbögen, die er auch selber mit einem Cover gestaltete.
1989 erschien dann erstmals ein Roman von ihm auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times und seitdem ist er aus der Literatur auch nicht mehr wegzudenken. Also wer auch Stephen King mag und Dean Koontz noch nicht kennt, ausprobieren lohnt sich und vielleicht ist man dann mit einer Anthologie gut beraten. 😉

Hat mir besonders gut gefallen

Oh weh, ich weiß nicht was ich sagen soll, denn ich konnte mich absolut nicht entscheiden.

Aus diesem Grund stelle ich euch heute zwei Geschichten vor. 😉 

Einmal möchte ich euch die Titelgebende Geschichte noch etwas näher bringen, denn Highway ins Dunkel war wirklich ein klasse Einstieg und sehr gelungen.
Wie schon erwähnt geht sie doch etwas lang und ist vielleicht deshalb etwas außer Konkurrenz und dann ist es auch nicht schlimm wenn ich zwei Geschichten vorstelle. 😉

Auf jeden Fall lernen wir in der Geschichte Joey kennen, der nach dem Tod seines Vaters nach Jahren wieder nach Asherville zurückkehrt und sich seiner Vergangenheit stellt. Denn seit 20 Jahren hat er seinem Kindheitsort den Rücken gekehrt und sein Leben ging nur noch bergab. Doch nach der Beerdigung hat er die Chance seine Fehler von damals wieder gut zu machen und diese nutzt er. In dieser, wie auch in vielen anderen Geschichten, merkt man das Dean Koontz in einer gläubigen Familie aufgewachsen ist, denn es gibt viele religiöse Motive, aber trotzdem hat sie mir sehr gut gefallen, denn das mystische verwebt Dean Koontz sehr gut miteinander ohne mit einem erhobenen Zeigefinger mir als Leserin etwas beibringen zu wollen. Außer vielleicht die bekannten, guten Werte.
Diese fantastische Horrorgeschichte, ist genau das was ich an seinen Büchern mag.

Auch sehr religiös angehaucht, aber gänzlich mit einer anderen Thematik ist die andere Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat Dämmerung des Morgens.
Diese Geschichte ist sehr unaufgeregt und es kommen keine Horrorgestalten drin vor, es geht einfach um Pete, der ein leidenschaftlicher Ungläubiger ist und alles von sich weist, was im entferntesten mit Religion zu tun hat. Und genauso erzieht er auch Benny seinen Sohn, der rational sein soll und bloß nicht an Dinge wie den Weihnachtsmann oder den Himmel glauben soll. Pete beschreibt wie er standhaft an seinen Unglauben festhält und das obwohl er einige Schicksalsschläge erlebt, aber der Clou ist das Ende und hier konnte mich Dean Koontz fast zu Tränen rühren. Ja, auch das kann er.

Zwei Geschichten mit ähnlichem Hintergrund aber grundverschieden, genauso sind Koontz‘ Romane.

Hat mir nicht so gut gefallen

Und dann hat er auch manchmal diese Geschichten, die sehr ins Science Fiction hafte abrutschen, aber nicht immer gut sind, denn dann wird es manchmal eklig. So schlimm ist es in Miss Attila die Hunnin zwar nicht, aber trotzdem ist das genau eine der Arten von Stil und Thema die mir an seinen Romanen nicht so gut gefallen.

Neben der Lehrerin Mrs. Caswell ist hier KEIM eine der wichtigen „Charaktere“. KEIM ist kein Lebewesen von der Erde und hat nur eins im Sinn, Chaos stiften und damit Welten zerstören. Und nachdem er einige Menschen in Besitz genommen hat, ist die Frage: Wie hält man es auf?

Naja, ihr merkt sicher, in welche Richtung das geht und ich persönlich mag diese Art von Geschichten nicht. Ich habe nichts gegen Geschichten mit Außerirdischen, aber ich muss es auch nicht unbedingt lesen und diese Geschichte hatte leider nicht so viel was mich fesseln konnte. Noch nicht mal das Ende konnte mich dann noch überzeugen. 

Fazit

Auch wenn es den oder anderen Ausreißer gegeben hat, mochte ich diese Anthologie sehr gerne und kann sie nur jedem empfehlen, der Dean Koontz vielleicht noch nicht kennt und einen guten Einstieg in seine Werke sucht. Denn hier haben wir so gut wie alles Mal versammelt, was er so in seinen Romanen verarbeitet und das auf eine gute und zusammengefasste Weise. Für jeden Koontz Fan ist was dabei und auch für diejenigen, die es noch werden wollen. Highway ins Dunkel ist klasse und mit seinem zeitlosen Grusel auch heute noch gut zu genießen. 🙂


Kennt ihr diese Anthologie? Wie fandet ihr das Buch? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Liebe Grüße
Eure Diana

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Buchperlenblog

Liebe Diana!
Dean Koontz begegnet mnir zwar als Name des Öfteren, aber ich kann mich nicht erinnern, jemals etwas von ihm gelesen zu haben. Die Anthologie hier klingt allerdings durchaus sehr interessant, Ausreißer hin oder her. Würdest du sagen, der Band ist gut für einen Koontz-Einstieg, um zu sehen, wo vllt Stärken und Schwächen des Autors liegen? Oder hast du nen Roman von ihm als dicke Empfehlung direkt parat? 😀

Alles Liebe!
Gabriela

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