[Klassikerjahr] Alexandre Dumas

Neuer Monat, neuer Beitrag zu den Klassikern.

Um das nochmal kurz zu erklären, ich möchte im Jahr 2020 gerne 12 Klassiker lesen und auf meinem Blog vorstellen. Dafür habe ich mir schon eine Liste angelegt, die ihr hier in meinem Ankündigungsbeitrag nochmal nachlesen könnt.

Aber ich möchte nicht nur einfach das Buch lesen, sondern auch etwas über den Autor / die Autorin hinter dem Werk erfahren. Deshalb gibt es dann hier keine einfache Rezension.

Im Januar habe ich dann Der Graf von Monte Christo gelesen und auch mit einem sehr interessanten Buch begonnen, dass zwar nicht den Autor selber direkt betrifft, aber den Vater von Alexandre Dumas. Und dieser hat sehr viel Einfluss auf den Autor genommen und ihn so zu vielen Figuren in seinen Büchern inspiriert, auch zu den Grafen im oben genannten Buch.

Zum Buch

Edmond Dantès ist kein besonders reicher Mann an Geld, aber er befindet sich in einer glücklichen Zeit, denn sein Chef Morrel möchte ihn zum Kapitän seines Schiffes machen und er hat eine Frau, die ihn liebt und die er gerne heiraten möchte, Mercedes.
Doch auch wenn er momentan nicht viel Geld aufzuweisen hat, zieht sein Leben Neider an. Und so schließen sich Danglars, Mondego und Caderousse zusammen und denunzieren Dantès als Anhänger Napoleons.
Durch einen weiteren Zufall gerät er an den Staatsanwalt Villefort und so landet er im Kerker auf einer Insel.

14 Jahre lang bleibt er dort, ehe ihm die Flucht gelingt. Und nun sinnt er auf Rache an den Männern, die ihm das angetan haben.
Und da beginnt dann die Geschichte erst so richtig.

Und scheint irgendwie nicht enden zu wollen, denn auch wenn Alexandre Dumas die Rache von Dantès oder dem Grafen von Monte Christo, wie er sich jetzt nennt, interessant erzählt, war es an einigen Stellen doch etwas viel.
Das Buch ist ja schon kein Leichtgewicht und so zieht es sich an manchen Stellen ein klein wenig dahin. Der Graf ist schon extrem fixiert auf seine Rache und verfolgt sie mit allen Mitteln. Und davon hat er mehr als genug, denn er ist nicht nur sehr reich, sondern hat auch noch ein sehr gutes Gedächtnis und so vergisst er nichts.
Zielstrebig möchte er nicht nur seine alten Feinde vernichten, sondern hat auch im Sinn die Familien, die sich diese aufgebaut haben mit in den Abgrund zu reißen. Alles sehr dramatisch.

Meiner Meinung nach hat der Graf dadurch nicht mehr so viel edles, wie es uns Dumas eigentlich zeigen möchte, aber in einer Zeit, in der Duelle noch an der Tagesordnung standen, ist das wahrscheinlich was anderes. Und trotzdem war es interessant zu lesen, wie Dantès seine Fäden spinnt und sich alle nach und nach dort verstricken und nach seinen Wünschen handeln. Zwischendurch blitzt dann doch die Menschlichkeit durch und er ändert „spontan“ seine Pläne ein wenig um und doch hat er am Ende alle seine Ziele erreicht. Aber, es war ein langer Weg, nicht nur für Dantès, sondern auch für den Leser.

Auch wenn ich das Buch durchaus interessant fand und Dumas viele Hintergrundfakten der damaligen Zeit einfließen lässt, hätte er es vielleicht um einige Seiten kürzen können.

Im Kontext

Diesmal habe ich mir keine Biographie des Autors vorgenommen, sondern wollte mehr erfahren über die Person die Dumas zu deinem Grafen inspiriert hat. Seinen Vater.
Deshalb habe ich zu dem Buch Der schwarze General von Tom Reiss gegriffen, in welchem der Autor den Spuren von General Alex Dumas folgt.

Ich habe vielleicht etwas mehr Bezug zu dem Schriftsteller bzw. seinen Werken erwartet, aber trotzdem war ich nach der Lektüre nicht enttäuscht. Denn Tom Reiss versteht es die Biographie spannend zu schreiben. Und es geht nicht nur um Alex Dumas, der es im Frankreich des 18. Jahrhunderts auch schon schwer hatte weil er farbig war, sondern der Autor beschreibt gut die historischen Hintergründe zur Französischen Revolution und ihren Veränderungen.

Alex Dumas wird in Saint-Domingue geboren und zwar als Sohn einer schwarzen Sklavin und eines weißen Landadligen. So kommt er dann irgendwann nach Frankreich und lebt dort zusammen mit seinem Vater. Doch irgendwann entscheidet er sich für eine militärische Laufbahn und schafft es so bis zum General.
Am meisten scheint sein Sohn Alexandre Dumas von seiner Gefangennahme in Neapel inspiriert worden zu sein umso die Zeit von Edmond Dantès im Schloße If zu beschreiben.

„In „Der Graf von Monte Christo“ ließ Dumas seinen verratenen Protagonisten nicht nur das Schicksal der letzten Jahre seines Vaters durchleben, er gewährte ihm auch den fiktionalen Geschmack einer dunklen Art von Triumph.“ (S. 30 Der schwarze General von Tom Reiss)

Generell kam ziemlich stark raus, dass Alexandre seinen Vater vergötterte, leider hat er ihn früh verloren. Aber nicht nur in seinen Geschichten von Tugend und Mut ließ er seinen Vater wieder aufleben, auch in seinen Memoiren erzählt er einige Anekdoten aus dessen Leben. Wobei Tom Reiss meint, dass nicht immer alles so passiert ist wie Dumas es beschrieben hat.
Aber was man sagen kann ist, dass dieser General wirklich sehr mutig war und mit Herz und Seele für die Revolution einstand und kämpfte. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hat er tief verinnerlicht und so war er wie man sich denken kann, kein großer Verfechter von Napoleon gewesen.

Das Buch war wirklich sehr interessant zu lesen und zu dem hat man einiges über das Leben der dunkelhäutigen Bevölkerung zur damaligen Zeit in Frankreich erfahren. Auch wenn der Schriftstellersohn Dumas eher nebensächlich bleibt und nur am Rande Verweise und Erwähnungen zu seinen Werken erfolgen.

Zum Autor

Als Alexandre Dumas noch keine vier Jahre alt war verlor er am 26. Februar 1806 seinen Vater, den General Alex Dumas. Und auch wenn er noch so jung war, wurde er in dieser kurzen Zeit tief von seinem Vater geprägt und erinnerte sich in seinen Memoiren, gut vierzig Jahre später, mit viel Liebe und Verehrung an diesen. Die ersten 200 Seiten hat er ihm gewidmet.

Seine Mutter kämpfte darum, dass sie nach dem Tod des Vaters Unterstützung bekommen, immerhin war er ein bedeutender General gewesen, aber die Familie bekam von seiner Pension nichts und geriet in Armut.

Dumas besuchte nie eine höhere Schule und wenn man ihn fragte, war er davon überzeugt, dass Napoleons Hass auf seinen Vater der Grund war (in Der Graf von Monte Christo ist ja auch Napoleon Schuld das Dantès ins Gefängnis kommt).
Und doch durfte seine Mutter mit ansehen, wie er es als Schriftsteller zu Reichtum und internationalen Ruhm brachte. Begonnen hatte alles 1829 mit seinem romantischen Drama Heinrich III. und sein Hof. 1845-46 erschien dann Der Graf von Monte Christo als Fortsetzungsroman und dieses Buch ist sehr charakteristisch für Dumas, denn in seinen Romanen hat er gerne historische Ereignisse bzw. Persönlichkeiten eingeflochten.

Nachdem er etliche Romane und Theaterstücke veröffentlicht hatte starb Dumas dann 1870 in Puys.
Sein Sohn Alexandre Dumas der Jüngere trat in seine Fußstapfen und wurde auch ein bekannter Bühnenautor.


Meinen Beitrag habe ich natürlich selber geschrieben, aber ich habe einige Fakten aus dem Buch Der schwarze General von Tom Reiss und dem Wikipedia Eintrag zu Alexandre Dumas entnommen.

Beim nächsten Mal widme ich mich Robert Louis Stevenson und seiner Schatzinsel. 🙂

Ich freue mich über jeden Kommentar zu meiner Klassikerreihe. 

Liebe Grüße
Eure Diana

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Elisa
Gast

Hallöchen noch mal,

toller Beitrag zu dem Werk.
Ich lese aktuell “Der Graf von Monthe Christo”. Bis jetzt gefällt mir das Buch gut, aber ich bin noch ziemlich am Anfang. Es wird wohl eine Weile dauern, bis ich das Buch beendet habe, da ich es auf Französisch lese.
“Der Schwarze General” liegt sogar auf meinem SuB, aber ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass es sich mit Dumas Vater auseinandersetzt.

LG
Elisa

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