[King Projekt] Nachtschicht

Wir haben also Captain Trips in all seinen Facetten überlebt und auch den Kampf gegen den Dunklen Mann. Aber die dunklen Stunden gehen weiter und wir beginnen mit der Nachtschicht. Also einstempeln und loslegen. 😉

Hinten auf dem Buch steht, dass dieser Band eine sehr persönliche Auswahl vom Besten darstellt und ich kann nur sagen, macht euch auf gruselige Stunden gefasst. Oder wie es dort noch steht: Ein Stundenbuch des Grauens.

Das Buch

Es ist wirklich schon lange her, dass ich diese Anthologie gelesen habe und deshalb sind mir nicht alle Geschichten gleich gut in Erinnerung geblieben. Aber die ein oder andere verfolgt mich heute noch. Allen voran Kinder des Mais.
Immer wenn es um gruselige Kinder geht gefriert mir das Blut in den Adern, denn ich finde es immer besonders grauenvoll wenn Kinder, die ja eigentlich so unschuldig sein sollen, morden oder sonstiges gruseliges Zeug anstellen. Und das ist hier der Fall.
Vicky und Burt kommen in eine abgelegene Stadt, dort stimmt etwas ganz gewaltig nicht, denn nirgendwo sind Menschen. Bis sie den Kindern begegnen.
Aber auch Der Wäschemangler und Schlachtfeld sind einige der besonderen Geschichten in diesem Band.
Erst jetzt, nachdem ich Stephen King und seine Welt genauer betrachte, kann ich einige Geschichten einordnen. So spielen Briefe aus Jerusalem und Einen auf den Weg rund um Brennen muss Salem und in der Geschichte Nächtliche Brandung begegnen wir Captain Trips wieder.
Interessant vielleicht zu wissen, das ist das erste Buch für das King ein Vorwort geschrieben hat.

Das Hörbuch

Hier habe ich mir auch das Hörbuch angehört. Die Geschichten wurden gelesen von Joachim Kerzel, Uli Krohm und Jürgen Kluckert und ich kann überhaupt nicht meckern, weil alle drei ihren Job einfach nur gut gemacht haben. 🙂
Dazu kam, dass Lübbe Audio auch hier wieder mit Musikeinspielungen gearbeitet hat, allerdings nicht während den Geschichten, sondern immer zum Ende und zum Anfang, sodass ganz klar die einzelnen Geschichten voneinander abgegrenzt wurden. Das hat sehr viel geholfen, denn da ich nicht immer regelmäßig höre, sondern eher sporadisch, habe ich festgestellt, dass ich nicht immer wusste in welcher Geschichte ich mich denn momentan befinde. Da hat die Musik auch nicht immer geholfen, war aber trotzdem sehr gut.
Ja, wie schon gesagt, Lesung und Gestaltung des Hörbuchs war wirklich sehr gut, aber bei den vielen kurzen Geschichten habe ich doch manchmal den Überblick verloren wo ich mich gerade befinde, das ist zwar ein Problem weil ich nicht regelmäßig höre, aber dadurch viel es mir manchmal doch schwer den Stories zu folgen.
Aber wenn man viel Hörbuch hört, kann ich dieses Hörbuch wirklich empfehlen, denn es hat mir Spaß gemacht so in diese Anthologie einzutauchen. 🙂

Die Filme

Der Rasenmähermann

In der Geschichte geht es um Harold Parkette. Dieser ruft bei einer Firma an, die jemanden schickt um seinen Rasen zu mähen. Doch dann sieht Harold, dass dieser Mann sich nackt auszieht und so seinen Rasen mäht. Außerdem gehen noch einige andere seltsame Dinge vor.
So viel kurz dazu und nun der Film. Naja, der Film, ja. Also ich muss sagen, der Titel ist gleich und es gibt eine Szene die mit der Geschichte von King übereinstimmt, aber sonst?
Seien wir ehrlich, der Film hat rein gar nichts mit der Geschichte zu tun. Es geht da um Dr. Lawrence Angelo, der durch Experimente mit einer Droge und Programmen in der virtuellen Realität die Intelligenz steigern möchte. Und in dem geistig zurückgebliebenen Gärtner Jobe scheint er die perfekte Testperson gefunden zu haben.
Also es kommt jemand vor der Rasen mäht, Jobe nämlich.
Ich hatte im Vorfeld schon gelesen, dass es da keine bzw. kaum Übereinstimmungen gibt, aber so krass hätte ich es auch nicht erwartet. Jetzt kann ich verstehen, dass Stephen King sogar vor Gericht ging um seinen Namen von der DVD streichen zu lassen, denn der Film ist wirklich eine sehr, sehr, sehr freie Interpretation von Kings Geschichte. Ach, hängt noch ein paar 1000 sehrs dran. 😉

Rhea M. – Es begann ohne Warnung

Die Kurzgeschichte dazu heißt Lastwagen und in dieser geht es darum, dass diese ihr Eigenleben entwickeln und die Menschen angreifen. Man erfährt dies aus der Sicht einer kleinen Gruppe, die sich im Restaurant einer Raststätte zurückgezogen hat und das Schauspiel beobachtet.
In der Geschichte erfährt man keine Hintergründe, das ist im Film anders. Hier gibt es eine Erklärung dazu warum die Maschinen, denn es sind dort nicht nur die Autos bzw. Lastwagen die durchdrehen, plötzlich ihr Eigenleben entwickeln. Schuld ist dort ein Komet namens Rhea M.
Ich fand es interessant, dass hier eine Erklärung geliefert wird obwohl die Geschichte sehr gut ohne diese auskommt. Wer King kennt, weiß dass das nicht immer nötig ist. Und auch das Ende des Filmes ist gänzlich anders als das der Geschichte.
Aber im Großen und Ganzen fand ich den Film gut umgesetzt und auch wenn es die ein oder andere Sache gab, die ich nicht ganz so gelungen fand (das Ende zum Beispiel 😉 ), kann man sich diesen Film durchaus auch ansehen, wenn man Kings Geschichte kennt.

Katzenauge

Durch die Katze konnte man hier in diesem Film mehrere Geschichten vereinen. Denn diese ist der rote Faden, die alles verbindet.
Witzig fand ich schon den Einstieg, denn hier begegnen uns auch andere Dinge aus Kings Geschichten. 🙂
Im Film geht es dann letztendlich um die beiden Kurzgeschichten Quitters, Inc. und Der Mauervorsprung. Der Film beinhaltet noch eine dritte Geschichte, aber dazu komme ich später. Zunächst einmal die Umsetzungen der Geschichten. Ja, beide fand ich gut umgesetzt, natürlich gab es auch hier wieder die ein oder andere Sache, die geändert wurde, aber es waren mehr so Kleinigkeiten. Aber im Großen und Ganzen sieht man hier die Parallelen zu den eigentlichen Geschichten. Wobei mir Quitters, Inc. noch ein bisschen besser gefallen hat, aber das lag daran, weil Der Mauervorsprung aus der Ich-Perspektive von Norris erzählt wird und man hier noch einige mehr Details erfährt, nicht nur als er um das Gebäude rumklettert, sondern auch später. Und genau das hat meiner Meinung nach den Reiz des Endes ausgemacht. Bei Quitters, Inc. geht es einfach um die Brutalität wie durchgesetzt wird, dass man mit dem Rauchen aufhört und da kann man nicht viel falsch machen finde ich.
Gut hat mir gefallen, dass es am Ende eine weitere Geschichte gibt, die in der Anthologie Nachtschicht nicht vorhanden ist. Hier geht es um einen Kobold, der den Atem eines Kindes stehlen möchte und hier war ich total begeistert, wie toll die Szenen mit dem Kobold trotz des Alters des Filmes dargestellt wurden. Dann wird auch klar, warum man eine Katze als roten Faden genommen hat. 😉
Der Film hat mir sehr gut gefallen und konnte mich auch gut unterhalten.

The Mangler

Der Film ist ab 18 und deshalb kann man einiges schon erwarten und vor allem Blut. Und bei einem Film der The Mangler heißt und von einer Kurzgeschichte von Stephen King ist fließt natürlich viel Blut.
Was ich sagen möchte: Der Film ist nichts für einen schwachen Magen, denn man bekommt einiges zu sehen und da ist Blut noch eines der weniger schlimmen Dinge.
Grundsätzlich hat mir der Film ganz gut gefallen und die Story ist auch relativ nah an der Kurzgeschichte geblieben. Einzig Officer Hunton war nicht immer so sympathisch. Er benimmt sich manchmal einfach wie ein Riesenekel und an einigen Stellen ging er mir einfach nur auf die Nerven. Grundsätzlich geht es einfach darum, dass in der Blue Ribbon Wäscherei (übrigens die Wäscherei in der Carries Mutter arbeitet) einen bösen Unfall gibt. Eine Frau gerät in den Wäschemangler und stirbt natürlich. Eigentlich kann das nicht passieren, weil es einen Sicherheitsriegel gibt der die Maschine stoppt wenn zum Beispiel eine Hand hineingerät, aber hier geht es natürlich nicht mit rechten Dingen zu und die Maschine will Blut.
Soweit sind die Geschichten gleich, aber dann fängt es an sich zur Kurzgeschichte zu unterscheiden, denn im Film liefert man dem Zuschauer eine Erklärung warum der Mangler vom Bösen besessen ist. Während im Buch diese Tatsache einfach hingenommen werden muss.
Bei beiden haben mir die Enden gut gefallen, denn bei beiden geht es nicht gut aus, aber beides auf seine eigene Weise.
The Mangler ist ein Film der sich zwar von der Kurzgeschichte etwas unterscheidet, aber wer nicht vor Blut zurückschreckt kann ihn sich getrost ansehen ohne enttäuscht zu werden.

Manchmal kommen sie wieder

Zunächst einmal muss ich sagen, der Film war nicht schlecht. Spannend, gruselig und nach richtiger King Manier, obwohl von der Kurzgeschichte lediglich die Rahmenhandlung geblieben ist.
Jim Norman ist Lehrer. Er beginnt einen neuen Job nachdem er einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, wegen Alpträumen. Sein Bruder Wayne ist früh gestorben, ermordet von einer Vierergang.
Nun scheint alles wieder in Ordnung, aber manchmal kommen sie wieder. 😉
Natürlich kommen sie wieder, als rachsüchtige Geister. Was würden wir anderes von King erwarten?
Im Film geschieht all dies, weil Jim mit Frau und Kind zurück in die Stadt zieht in der alles damals passiert ist. Und auf einmal tauchen drei der vier Jugendlichen in seiner Klasse auf.
Denn diese drei sind damals an dem Tag als sein Bruder starb auch gestorben. Und nun wollen sie Rache an Jim, weil er überlebt hat und weil er was genommen hat was sie zurück wollen.
Unterschied eins: Jim hat in der Geschichte keinen Sohn. Das fand ich wirklich nicht so schlimm, weil das macht es dann doch ein wenig dramatischer im Film.
Unterschied zwei: Jim kehrt nicht in seine Heimatstadt zurück, sondern lebt mit seiner Frau in einer ganz anderen Stadt. Aber auch dort kehren die drei Geister zurück.
Unterschied drei: Zunächst weiß Jim nicht das die drei Tod sind, denn sie starben in der Geschichte später und nicht an Waynes Todestag.
Und dann kommt noch, dass das Ende in der Geschichte anders ist als im Film obwohl es sich doch auch wieder gleicht, aber der Aufbau ist einfach total anders. Ich möchte hier einfach nicht zu viel verraten, falls ich jemanden spoilern sollte.
Aber wie oben schon erwähnt, trotz der Unterschiede kann man Manchmal kommen sie wieder auch als Film gut sehen, denn es ist eine gut gelungene Horrorgeschichte.

Kinder des Zorns – Original

Burt und Vicky fahren mit dem Auto. Doch als Burt von der Schnellstraße abbiegt und über Landstraßen weiterfährt, fährt er einen Jungen an.
Burt steigt aus und sieht, dass dem Jungen die Kehle durchgeschnitten wurde, deshalb möchte er natürlich zur nächsten Polizeistation. Und die nächste Stadt zwischen all dem Mais ist Gatlin. Doch in Gatlin ist nichts wie es sein sollte, denn dort leben nur Kinder und diese benehmen sich überhaupt nicht wie Kinder sollten.
Das ist so grob die Handlung, von der Kurzgeschichte und auch von dem Film. Aber auch hier gibt es natürlich einige Unterschiede und sogar einige sehr große wie ich finde, besonders das Ende vom Film ist anders und hier gefällt mir die King’sche Version besser, denn sie ist einfach… vom Meister des Horrors geschrieben und deshalb böse. 😉
Ansonsten gibt es noch kleinere Veränderungen, die mich aber weiter nicht gestört haben, denn so konnte man beim Film einige Teile besser erklären.
Der Film selber ist gut umgesetzt und hat mir gefallen. Man muss auch hier natürlich bedenken, aus welcher Zeit er ist und was man damals erst alles machen konnte, aber trotzdem hat es mir gefallen. Spannend und düster und natürlich viele Bilder, die einem Angst vor hochgewachsenen Mais machen. Den Film den ich hier als Original kennzeichne ist der erste einer langen Reihe von Kinder des Zorns Filmen und zeitgleich war das die erste Verfilmung einer Kurzgeschichte, die auf Spielfilmlänge gestreckt wurde.

Kinder des Zorns – Remake

Dieser Film hat mir besser gefallen als das Original, denn die Geschichte hält sich einfach mehr an der Vorlage. Es werden keine Details dazu erfunden um alles zu erklären oder es etwas rührseliger zu gestalten.
Klar, bleiben dann manche Dinge dem Zuschauer überlassen wie er sich alles zusammen reimt, aber das fand ich vollkommen okay.
Das einzige was ich ganz furchtbar fand, war das Burt hier ein Kriegsveteran ist und es einige Szenen gibt, in denen er fast den Verstand verliert und sich dann alles nur um den Vietnamkrieg dreht. Das fand ich etwas too much.
Außerdem waren mir die Szenen im Mais etwas zu viel, diese hätte man auch abkürzen können, denn es ist schon etwas langatmig, wenn man gefühlte 10 Minuten zuschauen muss, wie alle wie die Verrückten durch den Mais laufen.
Wenn man sich davon nicht stören lässt, kann man den Film aber gut ansehen. 😉


Abschließend kann ich zu den Filmen sagen, bei den meisten werden einfach die Enden “netter” gestaltet als ein Stephen King sie manchmal schreibt, aber ansonsten kann man viele gut schauen, aber den wahren Grusel bekommt man einfach beim Lesen. 😉

Wow, das war mal ein echt langer Beitrag. Aber nun haben wir wirklich alles rund um Nachtschicht abgehandelt und können uns getrost dem nächsten Buch in der Reihe widmen. Dieses ist dann Dead Zone – Das Attentat und klingt nach einem interessanten Lesevergnügen.

Wenn ihr bis hierher gelesen habt, könnt ihr mich bestimmt auch noch einen Kommentar da lassen. 😉 

Liebe Grüße
Eure Diana

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Buchperlenblog

Liebe Diana!
Das nenne ich mal wirklich eine sehr ausführliche Rezension zu diesem Buch! =) Besonders interessant fand ich dabei ganz klar die Filmvergleiche, von denen ich zugegebenermaßen die allerwenigsten wirklich kannte. Danke dir dafür! 🙂

Und nun viel Spaß mit Johnny Smith, das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen!

Alles Liebe
Gabriela

Pink Anemone

Hallo Diana, beim Lesen Deines Beitrages wurde ich jetzt so richtig nostalgisch. Ich bin ja quasi mit den King-Büchern und auch -Filmen aufgewachsen (lese seit meinem 13 Lebensjahr – und das is bei mir ja echt schon paar Jahrzehnte her XD – King und die Filme habe ich mir immer heimlich angesehen). Ich sammle ja die deutschen Erstausgaben, was gar nicht so leicht und schon gar nicht billig ist, und nun habe ich auch Lust die alle nochmals zu lesen. Vielleicht wird 2021 dann mein King-Jahr. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, der mich so ein bissl in meine Jugend… Weiterlesen »