Interview mit Horrorautorin Tanja Hanika

Zum Abschluss meiner Gruselwoche habe ich noch einen besonderen Leckerbissen für euch: ein Interview mit der Autorin Tanja Hanika.

Als ich die Ankündigung zu der Gruselwoche Anfang Oktober bei Twitter gepostet habe, bekam ich von Tanja Hanika eine Nachricht, dass sie sich gerne für ein Interview zur Verfügung stellen würde. Also habe ich nicht lange nachgedacht und habe ihr direkt zurückgeschrieben, dass ich das eine ganz wundervolle Idee finde.
Und so kann ich euch heute dieses tolle Interview mit der Horrorautorin präsentieren.

Im Vorfeld war ich schon sehr begeistert, wie nett und freundlich (und auch schnell 😉 ) alles vonstattenging. Denn leider haben wir uns nicht persönlich getroffen, sondern alles über E-Mail arrangiert, aber vielleicht sieht man sich ja mal bei anderer Gelegenheit. 🙂
Und wenn einem jemand sagt, dass ihr dein Blog gefällt, dann ist doch alles gut, oder?

Aber nun zum Interview:

Überlegt hatte ich mir 9 Fragen rund um Tanja Hanika, aber auch natürlich passende zur Gruselwoche.

1. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Sobald ich mit acht Jahren eine Kinderversion von Bram Stokers „Dracula“ in die Hände bekam, war ich vom Gruselfieber infiziert. Dieses eine Buch hat nicht nur meine Liebe zum Lesen geweckt, sondern auch den Wunsch, selbst solche Geschichten zu schreiben. Erste Kurzgeschichten entstanden dann an der Schreibmaschine meines Opas und ich habe seither nicht mehr mit dem Schreiben aufgehört. Ich wollte also seit damals unbedingt Autorin werden.

2. Ist das Schreiben dein Hauptberuf oder machst du das nebenbei?

Ich habe keinen andere Beruf, aber einige andere Aufgaben. Ich bin auch Mama, daher gehört meinem Sohn der Großteil des Tages. Aber vormittags, wenn er im Kindergarten ist, schreibe / arbeite ich so viel wie möglich. Und meinen Gedanken erlaube ich natürlich tagsüber auch, hin und wieder zu meinen Projekten zu huschen.

3. Wolltest du schon immer schreiben?

Schreiben war für mich immer wichtig und die Welt der Bücher die einzige, in der ich immer leben wollte. Deswegen habe ich auch Germanistik in Trier studiert. Aber lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, dass es mit diesem Traumberuf Schriftstellerin wirklich klappen könnte. Als das Self-Publishing dann aufkam und ich gesehen habe, welche Freiheiten und Möglichkeiten es bietet, war mir klar, dass ich es versuchen kann und muss. Aber geschrieben habe ich schon immer und werde es auch immer tun.

4. Wie bist du zum Horrorgenre gekommen?

In der ersten und zweiten Klasse sind mir diese Leselerntexte ziemlich auf die Nerven gegangen. Sie waren so unsagbar langweilig für mich. Wie ich oben beschrieben habe, war es dieses eine Darculabuch, das alles in mir geweckt hat. Für mich war es von Anfang an Horror und Grusel. Ich liebe die Atmosphäre in diesen Geschichten. Alles ist möglich und der Protagonist hat es meist ziemlich schwer. Krimis mag ich beispielsweise deshalb nicht, weil ja das wichtigste schon geschehen ist: Ein Mensch hat sein Leben verloren, hat es nicht geschafft zu überleben. Wer das warum gemacht hat ist für mich zweitrangig, denn viel wichtiger ist doch eigentlich der Kampf um Leben und Tod.

5. Ist das nicht schwierig, weil der Leser doch irgendwie erwartet sich zu gruseln.

Absolut. Ich selbst grusle mich nicht bei Horrorbüchern und es ist wirklich schwierig und bei manchen Menschen sogar unmöglich, es hinzubekommen. Manch einer ist einfach zu abgebrüht. Was man aber bieten kann, ist eine lesenswerte Atmosphäre und eine spannende Geschichte mit lebendigen Figuren. Und, womit ich besonders gerne spiele, Twists. Ich möchte mir kein Urteil darüber erlauben, ob das typische feeling eines Liebesromans einfacher zu erzeugen ist, aber richtige Angst auszulösen ist schwierig bis unmöglich. Sie ist sehr subjektiv und der Leser muss sich auch darauf einlassen wollen.

6. Liest du auch Stephen King? Wie gefallen dir die Bücher?

An King kommt man nicht vorbei und ich habe früh angefangen, seine Bücher zu lesen. Gerade seine Romane, in denen es um Schriftsteller geht, gefallen mir besonders. 😉
Generell schreibt mir King aber zu langatmig. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist „Brennen muss Salem“. Ich habe bis zur Hälft gelesen und war ganz kurz davor aus Langeweile abzubrechen, aber dann ist doch gerade noch rechtzeitig der entscheidende Twist geschehen und ab der Stelle liebte ich das Buch. Zu schade wäre es gewesen, wenn ich es bis dahin nicht geschafft hätte, aber oft braucht man für King viel Geduld. Da mag ich die verrückten, schnellen Horrortrips, die einem z.B. Laymon oder Koontz bescheren sehr viel lieber.

7. Wie gefällt dir speziell ES?

An „ES“ habe ich mich versucht, da war ich nicht einmal fünfzehn Jahre alt. Ich habe es abgebrochen und seither nicht noch einmal versucht. Aber die Neuverfilmung habe ich kürzlich gesehen und war absolut begeistert.

8. Ich habe deine Kurzgeschichte „Clownnacht“ gelesen, wie stehst du zu gruseligen Clowns? (Speziell natürlich Pennywise)

Clowns konnte ich nie leiden, aber Angst habe ich keine vor ihnen. Ich liebe solchen Horror in alltäglichen Dingen oder dort, wo man es nicht erwartet. Daher finde ich die Idee zu gruseligen Clowns generell gut, wenn sie auch inzwischen recht abgenutzt ist.
Pennywise ist ein Gegner, der schwer einzuschätzen ist, da er viele Gestalten annehmen kann und übermenschliche Kräfte hat. Aber die Protagonisten sollen es mit ihren Widersachern ja möglichst schwer haben, damit für den Leser bis zum Ende nicht ersichtlich ist, wie es für sie ausgeht.

9. Zum Schluss natürlich noch die Frage: Was und vor allem wann dürfen wir ein neues Buch von dir erwarten? 

Ich denke, dass ich Anfang des nächsten Jahres meinen nächsten Horrorroman veröffentlichen werde. Er soll „Der Angstfresser“ heißen und es geht um einen Horrorautor, dem es nicht mehr genügt mit seinen Texten die Leserschaft zu erschrecken. Er will und braucht mehr Angst, weswegen er einen Horrorabend in einer Villa im Wald veranstaltet, den es für seine Gäste zu überleben gilt. Er denkt sich ziemlich verrückte und grausame Dinge aus, die dort stattfinden. Ich glaube, das wird mein bisher heftigster Roman, aber es macht mir unglaublich viel Spaß, ihn zu schreiben. Bleibt nur zu hoffen, dass die Leser einen eben solchen Spaß haben werden.
Ansonsten schreibe ich gerade an einem modernen Schauerroman und an einem Werwolf-Schauerroman. Das Subgenre liegt mir besonders am Herzen, weil es meist noch atmosphärischer ist, als normale Horrorromane.

Auf Nachfrage, was sie denn genau mit den „abgenutzten Gruselclowns“ meint, sagte sie: „Clowns kommen einfach schon recht oft in der Literatur vor. Aber es ist ja auch schwer, neue Monster zu erschaffen.“ Aber auch, dass sie zu den „Standard-Horrorfiguren“ gehören.
Und das sehe ich genauso, sie gehören einfach dazu. 😉

Ein riesiges Dankeschön für die Möglichkeit dieses tollen Interviews und diesen Einblicks in die „Horrorwelt“ einer Horrorautorin.
Ich bin schon sehr gespannt auf das neue Buch. Ich denke, da ist gerade ein weiteres Buch auf meiner Wunschliste gelandet. 😉

Wer noch jetzt noch ein bisschen mehr über diese nette Autorin erfahren möchte, kann gerne auf ihrer Internetseite stöbern. Hier geht’s lang.

Liebe Grüße
Eure Diana

Edit: Mir hat die Gruselwoche sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, ich konnte euch mit dem ein oder anderem Beitrag erfreuen. Mein ausführliches Fazit gibt es dann nächste Woche.

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