Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland von Christina Henry

Hier wird man in eine düstere, grausame Welt entführt.

Inhalt


Alice ist in einem Irrenhaus eingesperrt. Sie war zwei Wochen verschwunden und als sie wieder auftauchte, war sie blutüberströmt und konnte sich an nichts mehr erinnern, außer an einen Mann mit Hasenohren. Was ist nur geschehen?

„Als man sie gefunden hatte, hatte sie nichts anderes gesagt als: „Das Kaninchen. Das Kaninchen. Das Kaninchen.“ Wieder und wieder. Immer wieder. Und jedes Mal wurde sie für verrückt erklärt.“ (S. 7)


Meine Meinung


Das Cover und die ganze Aufmachung des Buches sind einfach echt gelungen. Vor allem wird einem klar, dass es hier keine nette Adaption der Geschichte Alice im Wunderland wird, denn die Warnung ist eindeutig: Folge nicht dem Kaninchen…

Und doch war ich etwas geschockt, denn es ist mehr als nur düster, an vielen Stellen im Buch geht es richtig brutal zu und zudem erinnert sich nicht nur Alice nach und nach an Misshandlungen und Vergewaltigungen, sondern man erlebt auch so einiges. Ich hätte mir schon gerne eine Triggerwarnung im Buch gewünscht. Mir persönlich macht es nicht so viel aus, wenn ich das lese, aber für andere ist das bestimmt sehr heftig und genau deshalb sollte es diese Warnungen geben.

„Für manche mochte dieser Ort ein Ort des Staunens und der Wunder sein, doch für sie war es blanker Horror.“ (S. 184)

So viel dazu, kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt:

Wir befinden uns immer noch im Wunderland, aber ein düsteres, gefährliches Wunderland, in dem die altbekannten Figuren auftauchen, aber alle böse und grausam scheinen. Einzig Hatcher, der Zellennachbar von Alice, scheint ihr wohlgesonnen und hilft ihr wo er kann. Doch auch Alice muss ihre Frau stehen und erst nach und nach fällt ihr alles wieder ein, was ihr widerfahren ist. Aber das macht sie auch am Ende stärker finde ich. Ihre Wandlung im Buch hat mir sehr gut gefallen, denn zunächst wirkt sie sehr unsicher, aber dann entwickelt sie sich nach und nach weiter.

„Sie musste anfangen, an das Unmögliche zu glauben, weil ihr ständig unmögliche Dinge begegneten.“ (S. 193)

Ich mochte Alice einfach von Anfang an und auch Hatcher war mir sympathisch. Obwohl er immer mal wieder in Raserei verfällt und dann etwas bizarr wirkt.

Bei einigen Figuren muss man gut aufpassen, wer denn wer aus der Originalgeschichte sein soll und mit Hilfe meiner Mitleserinnen (ich habe das Buch zusammen mit Anett, Janna, Gabriela und Bella gelesen) haben sich dann nach und nach die Charaktere in ein Bild gefügt. Das gemeinsame Lesen hat sehr viel Spaß gemacht, nur mal so nebenbei. 😉

Aber einige Figuren sind ganz klar, wie zum Beispiel Grinser. Bei dem man wie in der Originalgeschichte nicht so genau weiß ob er nur seine eigenen Ziele verfolgt oder doch eine Hilfe für Alice und Hatcher ist.

„Seine grünen Augen schimmerten wie die einer Katze im Dunkeln, dachte Alice.“ (S. 142)

Die Verrücktheit der verschiedenen Bewohner des Wunderlandes bekommen hier eine neue Dimension, denn sie zeigt sich in Brutalität, aber doch hat mir das irgendwie gefallen, denn Christina Henry nimmt die Eigenschaften der Charaktere aus dem Originalbuch und erschafft etwas Extremeres, Böseres. So bleiben sich die Charaktere treu und doch handeln sie anders.

Das Ende finde ich ganz toll, es ist zwar finde ich für mich einfach gelöst, aber trotzdem wundervoll. Man erwartet vielleicht etwas großes, dramatisches, aber so gefällt es mir wesentlich besser und passt auch zu den Charakteren viel besser.


Mein Fazit


Ich freue mich schon auf den Herbst, wenn zu den Chroniken von Alice der zweite Band erscheint und ich wieder mit Alice und Hatcher ins Wunderland reisen kann. Obwohl dieser Ort so gar nichts Wunderbares an sich hat, denn es ist dort brutal und düster und verrückt, aber im ganz und gar negativen Sinne. Aber wie die Autorin es geschafft hat die Charaktere passend zu ihrer Geschichte und doch getreu ihren Eigenschaften im Originalbuch zu verweben ist sehr gut gelungen. Wer vor Brutalität und noch schlimmeren nicht zurückschreckt und dazu eine Fantasywelt erkunden möchte, die altbekannte Figuren neu zum Leben erweckt, ist mit Finsternis im Wunderland genau richtig bedient. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Ich bedanke mich beim Bloggerportal und dem Penhaligon Verlag für das Rezensionsexemplar.
Meine Rezension zeigt meine eigene Meinung und wurde in keinster Weise beeinflusst. 

Weitere Rezensionen:

Fakten zum Buch
Autorin: 
Christina Henry
Titel: Finsternis im Wunderland
Reihentitel: Die Chroniken von Alice
Originaltitel: Alice
Band: 1
Übersetzung: Sigrun Zühlke
Verlag: Penhaligon
Seitenzahl: 350
ISBN: 978-3-7645-3234-5
Preis: 18,00€

 
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16 Comments
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Bella
5 Monate zuvor

Liebe Diana,

eine tolle Rezension zu einem genialen Buch! Mir hat das gemeinsame eintauchen in das düstere Wunderland Henrys auch unglaublich viel Freude gemacht und ich freue mich schon jetzt unglaublich auf unsere nächste Henry-Leserunde 🙂

Vielen Dank fürs Verlinken – ich habe Deine Rezension auch gleich bei mir aufgenommen.

Frohe Ostern und ein schönes langes Wochenende!

Herzliche Grüße
Bella

Buchperlenblog
5 Monate zuvor

Liebe Diana!
Es war ein Vergnügen, zusammen mit euch ins Wunderland abzutauchen und die Geschehnisse miteinander zu besprechen und gemeinsames Entsetzen zu äußern. Eine wunderbare Rezension von dir, die hoffentlich noch viele weitere Leser anlocken wird. 🙂

Alles Liebe und frohe Ostern!
Gabriela

Peanut
5 Monate zuvor

Huhu,
das Buch ist einfach nur klasse, auch wenn mich diese Brutalität und Schonungslosigkeit am Anfang total überraschte. Denn genau damit hatte ich nicht gerechnet und eine Triggerwarnung bezüglich Misshandlungen wäre wahrscheinlich direkt zu Beginn sinnvoll gewesen. Ich finde es einfach toll wie Autorin es geschafft hat “Alice” nachvollziehbar weiter zu erzählen.
LG

Janna | KeJasWortrausch
5 Monate zuvor

Huhu meine Feine, liebsten Dank fürs verlinken (das J darf groß hihi), habe dich auch schon bei mir verlinkt und auch bereits geantwortet :-* Ich bin auch völlig verzückt von Cover und Aufmachung und freu mich schon die kommenden Bände ins Regal danebenzustellen *-* Ich war bei Hatcher froh, mich mit euch austauschen zu können. Hat klar, aber dann die Axt – ich war mir echt unsicher, ob er die Rolle vom Hutmacher hat oder nicht. Dor hätte ich nicht allein einsortiert bekommen ehrlich gesagt. Ich finde auch das der Autorin eine wundervolle eigenständige Adaption erschaffen hat und freue mich… Weiterlesen »

Janna | KeJasWortrausch
5 Monate zuvor

Ich wüsste nicht, wer er sonst sein könnte und sein Verhalten passt zum Hutmacher. Aber Dor wäre ich allein aufgeschmissen gewesen XD

Nicole
5 Monate zuvor

Das Buch klingt auf jeden Fall spannend und ich finde es immer interessant wenn bekannte Klassiker neu interpretiert werden und man diesen Geschichten etwas eigenes hinzufügt. Bei der Trigger-Warnung bin ich aber ganz bei dir. Gerade was solche Handlungsstränge anbelangt, sind die ja auch nicht allzu schwer zu setzen. Bei Filmen und Serien gibt es sie ja auch, verstehe nicht, wieso man nicht bei Büchern einen Satz abdrucken kann? Optisch ist das Buch aber echt ein Hingucker, ich bin gerade sehr verliebt in die Gestaltung <3. Das Ganze erinnert mich auch etwas an Gotham, da greift man das auch auf… Weiterlesen »

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4 Monate zuvor

[…] HabersackCharles Dickens von Hans-Dieter GelfertFinsternis im Wunderland von Christina Henry (Rezension) HighlightGroße Erwartungen von Charles DickensNur kurz leben von Catherine Strefford […]

Kristin
3 Monate zuvor

Liebe Diana,

was für eine schöne Rezension! Und vielen lieben Dank für das Verlinken! Ich habe deine Rezension eben verlinkt.

Mir hat auch “Die Chroniken von Alice” sehr gut gefallen – anfangs hatte ich einige Probleme, aber es wurde dann doch sehr mitreißend. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! 🙂

Viele Grüße
Kristin

trackback
2 Monate zuvor

[…] habe, nämlich Die Chroniken von Alice – Finsternis im Wunderland von Christina Henry (meine Rezension findet ihr unter dem Link). Aber nicht nur dieses Buch zeigt wie Autor*innen eine bekannte […]