Endlich mal Medeas Perspektive der Geschichte um Jason und die Argonauten.
Ich bedanke mich bei vorablesen und dem HarperCollins Verlag für das Rezensionsexemplar. Diese Rezension spiegelt meine eigene Meinung wider und wurde in keiner Weise beeinflusst.
Inhalt
Als Jason in Kolchis auftaucht um das Goldene Vlies zu erringen, hilft ihm die Tochter des Königs, Medea. Bezaubert von seiner charmanten Art verrät sie ihre Familie und flieht mit Jason in seine Heimat.
Medea, die Hexe von Kolchis. Von den Menschen für Ihre Taten gefürchtet und verabscheut, doch was steckt wirklich dahinter?
Du hälst mich für gefährlich?“
S. 218 – Kapitel 19
„Ich halte dich für mächtig, Medea. Mächtiger als du ahnst.“
Meine Meinung
Ich fand Medea schon immer eine sehr faszinierende Figur in den griechischen Sagen. Denn, obwohl sie immer als böse, verräterisch und eiskalt dargestellt wird, liegt mehr in den Geschichten. Wie sollte sie sich denn wehren, wenn die Götter beschließen, dass sie sich Hals über Kopf in Jason verlieben soll, um ihn zum Sieg zu führen?
Doch dieser Roman ist aus ihrer Sicht geschrieben und zeigt, wie grausam ihr Leben in Kolchis mit ihrer Familie ist, die sie für ihre Magie verachten und vor allem ihr Vater nutzt sie für seine Zwecke aus.
Es war eine Lüge, alles Lüge. Sie respektieren mich nicht, haben es nie getan. Und sie werden es auch nie tun. Alles, was sie interessiert, ist der Erfolg den sie mir abringen können, um ihren maßlosen Stolz zu nähren.“
S. 63 – Kapitel 6
Ich möchte natürlich keine ihrer Taten gutheißen, denn einige sind wirklich ziemlich unbegreiflich. Aber eigentlich ist sie nur eine junge Frau, die nie Liebe erfahren hat und auf einmal die Aufmerksamkeit und Beachtung eines jungen, attraktiven Mannes erhält. Wie gesagt, man muss ihr Alter bedenken und dann natürlich ihre Verliebtheit, dass man versteht, warum sie so vieles für Jason macht.
Ich bin mit diesem Buch noch begeisterter von Medea, denn die Autorin hat sie so deutlich beschrieben, dass man die Geschichten um sie besser erleben kann. Eine starke Frau, die allerdings erst lernen muss, von den Abhängigkeiten in ihrem Leben loszukommen. Um ehrlich zu sein, vielleicht auch eine traurige Geschichte, über ein Mädchen das Zuneigung sucht und Ablehnung findet. Und da sie fast immer nur Gewalt erlebt hat, gibt sie das leider zurück.
Wie die meisten Helden der griechischen Mythologie wird Jason in den eigentlichen Geschichten in den Himmel gelobt, aber hier lernen wir ihn kennen, wie er wirklich ist.
Und ich weiß auch, wie sie diese Geschichte erzählen werden. Das ist bei allen Frauen so, die sich nicht mit ihrem Platz in der Welt zufriedengeben. Jason wird der Held sein, und Ihr? Entweder machen sie Euch zu seiner bewundernden, liebeskranken Maid oder zur Schurkin. Das sind die einzigen Rollen, die sie uns zubilligen.“
S. 205 – Kapitel 18
Von sich eingenommen und nur auf seinen Ruhm fixiert, möchte Jason unbedingt seine Wünsche durchsetzen, egal wen er damit verletzt oder zurücklässt. Dafür ist er gewillt, alles zu tun, bzw. Medea alles tun zu lassen. Aber über die Konsequenzen macht er sich keine Gedanken, vor allem nicht wie es ihr dabei geht. Eine sehr toxische Beziehung, denn mit kleinen Dingen bringt er Medea dazu für ihn zu morden, aber wenn es dann deswegen Ärger gibt, hat sie ihn natürlich vollkommen falsch verstanden.
Ein heuchlerischer Mann, der von Seite zu Seite einfach nur unsympathischer wird.
Wie bei allen Adaptionen, ist es keine komplett neue Geschichte, denn sowohl die Geschehnisse als auch das Ende sind bereits bekannt. Aber die Autorin haucht Medea Leben ein und erzählt ihre Geschichte so, wie ich sie bereits all die Jahre vorher gefühlt habe. Nicht Medea ist die Täterin, sondern das Opfer. Wie gesagt, sie macht sich natürlich an den Taten extrem mitschuldig, aber Jason sollte auf jeden Fall zur Mittäterschaft hinzugezogen werden. Tut mir leid, dass ich das so sagen muss, aber er ist ein richtiger Widerling!
Das Ende ist natürlich auch bekannt, aber ich liebe es, dass Medea endlich ihren Wert erkannt und ihren Platz im Leben gefunden hat.
Mein Fazit
Medea war immer eine Sagengestalt, die mich etwas traurig gestimmt hat. Denn sie wurde für alles alleine verantwortlich gemacht, was geschehen ist. Dabei hatte sie nie eine richtige Chance, es besser oder anders zu machen. Von den Männern in ihrem Leben wird sie immer wieder zu Dingen gedrängt, die sie nicht tun sollte. Und mit diesem Roman ist der Autorin eine wunderbare Hommage an die Hexe von Kolchis gelungen, die mich sehr fasziniert und gefesselt hat. Zudem werde ich Rosie Hewlett zu meiner Liste von Autorinnen hinzufügen, die richtig gute Adaptionen der Mythologie schreiben können. Das war nicht mein letztes Buch von ihr und euch ist sicher klar, dass ich dieses Buch nur weiterempfehlen kann! 😊
Fakten zum Buch
Autorin: Rosie Hewlett
Titel: Medea
Originaltitel: Medea
Übersetzung: Simone Jakob
Seitenzahl: 494
Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3-365011690
Preis: 24,00 €


Schönen guten Morgen!
Ich möchte dir gerne noch stressfreie restliche Adventstage wünschen und erholsame Weihnachtsfeiertage! Lass es dir gut gehen und komm gut ins Neue Jahr!
Liebste Grüße, Aleshanee
Liebe Aleshanee,
danke dir, ich wünsche dir auch einen schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch. Das der Start ins neue Jahr glücklich und zufrieden ist. <3
Liebe Grüße