[King Projekt] Feuerkind

Nachdem wir den Todesmarsch überlebt haben und noch einen Abstecher zum Dunklen Turm unternommen haben flüchten wir nun zusammen mit Charlie und ihrem Vater vor der Firma.

 

Es hat etwas länger gedauert bis nun endlich dieser Beitrag fertig ist und ihr ihn lesen könnt, aber zwischendurch war ich mit anderen Kingwerken und auch nicht Kingwerken beschäftigt und nun kann ich euch endlich Feuerkind vorstellen.

Wie schon erwähnt sind Charlie und ihr Vater auf der Flucht. Andy hat vor vielen Jahren an einer Studie teilgenommen bei der den Proband*innen eine unbekannte Droge verabreicht wurde. Dort lernte er auch seine zukünftige Frau kennen. Beide entwickelten durch dieses Experiment telekinetische bzw. telepathische Kräfte und auch Charlie ist ein ganz besonderes Kind, denn Sie kann durch ihre Gedanken Feuer erzeugen. Kein Wunder das Die Firma, die die Experimente unternommen hat sie unbedingt untersuchen möchte.

Das Buch

Und genau deshalb sind Andy und seine Tochter Charlie auf der Flucht. Charlies Mutter wurde bereits ein Opfer der Firma, was es natürlich nicht leichter macht.
Beim Lesen war ich doch sehr an Das Institut erinnert, bei dem auch mit Telekinese und Telepathie experimentiert wird. Und genau wie in dem Buch sind die Leute hinter den Experimenten eiskalt und nur auf den eigenen Profit aus. Wobei ich, wenn ich ehrlich bin, nicht nur diese Leute verabscheut habe, sondern auch Andy selber. Er hat mich einfach so wütend gemacht, wie er mit seiner Tochter umgegangen ist bzw. wenn er einfach nur resigniert. Ich als Mutter kann das so gar nicht nachvollziehen. Klar, kann ich verstehen, dass auch er etwas Angst vor Charlies Pyrokinese hat, aber sie hat sich nichts davon ausgesucht und letztendlich ist es die Schuld ihrer Eltern, dass sie diese Fähigkeit hat, also müssen diese auch damit zurechtkommen.
Ich finde jetzt nicht das das eines von Kings stärksten Büchern ist, obwohl er auch hier wieder herausragend Charakterzüge seiner verschiedenen Protagonist*innen beschreibt und jeder einzelnen Figur damit etwas Besonderes verleiht und sie zum Leben erweckt, auch wenn die meisten einfach nur widerlich sind. Aber auch das muss man können finde ich, mir als Leserin einen Menschen unsympathisch zu beschreiben, einfach weil er ein furchtbarer Mensch ist und trotzdem irgendwie neutral bleiben.
Charlie ist hier das Opfer und tut mir wahnsinnig leid, denn sie muss mit dieser Fähigkeit leben und lernen damit umzugehen. Dabei kann sie am wenigsten dafür. Doch wie in seinen anderen Büchern auch weiß King es seine Kinderrollen gut zu beschreiben und auch zu zeigen, wie diese langsam erwachsen werden und letztendlich mehr lernen als die eigentlichen Erwachsenen im Buch.
Okay, so schlecht ist das Buch vielleicht doch nicht. 😉

Buch und Film

Der Film

Natürlich habe ich mir danach auch noch den Film Der Feuerteufel angesehen.
Dieser ist schon etwas betagter, aber trotzdem fand ich die Feuereffekte nicht schlecht gemacht. Was allerdings etwas seltsam (und manchmal auch ungewollte komisch) wirkte waren wenn Charlie und ihr Vater ihre Kräfte benutzen. Bei ihr wehte dann ständig so ein Wind und Andy bzw. der Schauspieler schaute etwas gequält daher. Das war wie gesagt nicht so gut gelungen, denn es wirkte auf mich einfach nur sehr dramatisch. Naja, damit muss man wohl allerdings zurechtkommen. 😉
Ansonsten war der Film nicht ganz so schlecht, vor allem hat mir gefallen das Andy hier eher auf das Wohl seiner Tochter bedacht ist. Das hat natürlich auch mit der Kürze des Filmes zu tun, denn diese ganzen komplexen Gedankengänge von ihm kann man nicht in einen Film packen, aber dadurch wurde er mir einfach sympathischer.
Die Umsetzung im Vergleich zum Buch war gut gelungen und alles Wesentliche konnte man darin wiederfinden. Ich habe ja schon einige Filme von Kingbüchern jetzt gesehen und selten kann man alles von seinen Stories in diesen unterbringen, aber hier ist das wirklich gut gelungen. Ich habe keine inhaltlichen Dinge vermisst und wenn man von dieser Hollywooddramatik, die auf mich etwas übertrieben wirkte, absieht, macht man mit dem Film nicht allzu viel falsch. Das Ende ist ein klein wenig verändert worden, aber das ist okay, bleibt es dabei auch genauso offen wie im Buch.
Lustig finde ich allerdings die unterschiedlichen Übersetzungen zu ein und demselben Begriff, hier geht es mir um The Shop. Das ist die Bezeichnung, die King verwendet. Im Buch (eine ältere Ausgabe) wird es Die Firma genannt und im Film Das Institut. Hier vermischen sich dadurch die vielen verschiedenen Geschichten von King noch mehr. Findet man The Shop auch in The Stand – das letzte Gefecht als Übeltäter für den Virus, ließ mich die Begrifflichkeit auch an ein später erschienenes Buch von ihm erinnern (wie oben erwähnt Das Institut). Und lustiger weise wurde dieser Name für The Shop im Film benutzt. The Shop kommt noch in anderen Kingwerken vor, allerdings geht es häufig wie gesagt durch die deutsche Übersetzung verloren.

Fun Fact  Es ist übrigens ein Remake des Filmes angekündigt und soll wenn die Dreharbeiten so weitergehen 2022 in die Kinos kommen. Ich bin gespannt und werde ihn mir bestimmt ansehen. 🙂

Abschließend muss ich sagen, dass ich mich hier nicht so entscheiden könnte was mir besser gefallen hat, das Buch oder der Film. Beides hat seine Stärken und Schwächen, wobei ich im Film besser mit Andy zurechtkam. Vielleicht empfehle ich euch einfach beides und ihr entscheidet dann selber. 😉

Beim nächsten Mal reisen wir zurück nach Castle Rock und lernen einen Hund kennen. Cujo heißt er und ihm geht es nicht so gut. Mal sehen was ihm so passiert. Für mich wird das ein reread und ich bin gespannt wie mir das Buch nach all den Jahren gefällt.

Wenn ihr übrigens Feuerkind und Feuerteufel kennt, dann schreibt mir doch bitte was euch besser gefallen hat. Natürlich könnt ihr auch kommentieren wenn ihr nur eins von beiden oder keins kennt.

Liebe Grüße
Eure Diana

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Nicole

Hallo Diana,

ich kenne nur das Buch und habe es gern gelesen. Aber es stimmt, King hat definitiv bessere Werke geschrieben. Das Ende fand ich nicht so prickelnd, so weit ich mich erinnern kann.

Witzig, die Bezeichnungen The Shop, Die Firma und Das Institut. Ist mir so noch nie aufgefallen. Ich habe „Das Institut“ lange nach „Feuerkind“ gelesen. Erst jetzt, wo du es sagst, fallen mir die Paralellen auf. Stilistisch finde ich die Geschichten auch sehr verschieden.

Jedenfalls ist dir der Beitrag wieder wunderbar gelungen.

Liebe Grüße
Nicole