Bunker Diary von Kevin Brooks

Etwas mehr Erklärungen und ich wäre begeistert gewesen. 

Inhalt

Linus wird entführt und erwacht in einem Bunker. Nach und nach kommen noch andere Personen zu ihm. Doch warum werden sie dort festgehalten?

12.15 Uhr. Nichts passiert. Die Zeit vergeht zäh.“ (S. 6)


Meine Meinung

Das Cover passt sehr gut zur Geschichte, schlicht und doch aussagekräftig finde ich.

Dazu passt auch der Schreibstil, denn dieser ist kurz und knapp. Naja, halt wie man vielleicht ein Tagebuch gefangen in einem Bunker schreiben würde. Das hat mir auf Anhieb gefallen.

Die verschiedenen Charaktere sind so aufgebaut, dass man genau weiß dass dort Spannungen entstehen werden. Da gibt es zum einen Linus, der 16 Jahre ist und sich doch am erwachsensten von allen benimmt, wie ich finde. Er versucht nicht nur sich selber zu helfen, sondern auch Jenny, ein kleines Mädchen, dass entführt wird und als nächstes im Bunker auftaucht.
Danach kommen dann die Erwachsenen, aber diese benehmen sich eher wie Kinder. Alle sehr egoistisch, obwohl sie doch alle in derselben Situation sind und es doch vielleicht sinnvoller wäre sich gegenseitig zu helfen. Wie gesagt, merkt man schon das da Spannungen entstehen müssen. Ein bisschen wie bei Big Brother.

Ich meine, wir hocken hier, alle vereint in dieser höllenhaften Situation, wir versuchen alle verzweifelt, hier rauszukommen, und dabei benehmen wir uns wie Fremde in einem Bus. Aber vielleicht ist es ja auch gar nicht so seltsam? Wahrscheinlich verhalten sich Menschen einfach so.“ (S. 56)

Am Anfang fand ich die ganze Geschichte sehr spannend gemacht, denn man erfährt nichts über den Entführer und dieser scheint einfach ohne Logik zu handeln. Warum wurden diese Personen ausgesucht? Was möchte der/die Entführer*in von ihnen?
Das hat mir wie gesagt sehr gut gefallen, wurde aber am Ende sehr unbefriedigend.
Klar, je weiter man liest umso erschreckender wird alles, denn wenn mehrere unterschiedliche Menschen an einem engen Ort zusammen eingesperrt sind, muss zwangsläufig was schief gehen und das tut es auch. Und deshalb möchte ich die Dramatik der Situation nicht abstreiten, aber ich hätte mir doch irgendeine Erklärung gewünscht.

Als ich das Buch in die Hand genommen habe, dachte ich unwillkürlich an Filme wie Das Experiment oder Der Schacht. Allerdings wurde ich schnell eines Besseren belehrt, denn während man in den Filmen Erklärungen bekommt, warum das alles so abläuft, wird man hier vollkommen im Stich gelassen.
Ich war einfach enttäuscht am Ende als ich das Buch zugeschlagen habe. Auch wenn ich verstehen kann, warum der Autor keine Lösung bietet, bin ich jemand, die diese dann doch irgendwie braucht.


Mein Fazit

Das Buch ist wirklich sehr stark gestartet und ich war voll drin in der Geschichte. Nicht zuletzt, weil Linus seine Geschichte in Tagebuchform wiedergibt und das dem Autor sehr gut gelungen ist rüberzubringen. Die Geschichte ist sehr intensiv und mitreißend, aber was mich einfach enttäuscht hat ist, dass es keinerlei Erklärungen gibt warum dies alles geschieht. Das hätte ich mir doch gewünscht, denn so ganz ohne alles war es mir doch zu wenig. Schade.

Fakten zum Buch
Autor: Kevin Brooks
Titel: Bunker Diary
Originaltitel: The Bunker Diary
Übersetzung: Uwe-Michael Gutzschhahn
Verlag: dtv
Seitenzahl: 276
ISBN: 978-3-423740036
Preis: 12,95€

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