[Anthologie] Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod von Daniel Mosmann

Ich bin wieder verspätet, aber das bin ich diesen Monat mit allem. Ist nicht zu ändern und wenn es euch nicht stört, mich sowieso nicht. 😀

Wie hier schon der Untertitel verrät, findet man in der Anthologie Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod von Daniel Mosmann Schauergeschichten. Ich habe also eine düstere Atmosphäre erwartet und was ich bekommen haben könnt ihr in meinem Beitrag lesen.

 

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Aber ich hatte es schon etwas länger auf meiner WuLi stehen und als ich es vor kurzem dann lesen wollte, musste ich feststellen, dass es das Buch nur noch als eBook gibt.
Nicht schlimm, also rauf auf den eReader und losgelesen.


Der Autor

Daniel Mosmann ist ein sehr vielfältiger Mann, denn er hat nicht nur zwei Anthologien geschrieben, sondern ist auch künstlerisch unterwegs.
Auf seiner Internetseite kann man sich einige seiner Kunstwerke ansehen und sie sind wie seine Geschichten eher düster angehaucht.  

2008 ist im Übrigen seine erste Anthologie erschienen Von Kastanien und Knochen und auch da ging es düster und schaurig zu.
Geboren und aufgewachsen ist er im Schwarzwald und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass seine Geschichten auch dort angesiedelt sind. Und da eine schaurige Atmosphäre zu erschaffen scheint mir nicht so schwer, denn es ranken sich ja auch die ein oder andere düstere Legende rund um den Schwarzwald. Aber trotzdem sind seine Geschichten keine Nacherzählungen und haben seinen eigenen Flair.

Interessant fand ich, dass es wohl zu einer seiner Kurzgeschichten Biester, eine visualisierte Hörversion gemacht werden soll, aber leider bin ich nicht ganz so sicher, ob diese noch aktuell ist, denn ich habe das Gefühl, als wäre seine Seite schon etwas älter und längere Zeit nicht mehr so aktualisiert worden. Denn seit längerem sind auch keine neuen Geschichten von ihm erschienen und seine Vita als Künstler, sein Name in der Szene ist Jones, wurde auch das letzte Mal 2003 erneuert. Vielleicht hat das alles auch nichts zu sagen und ich tue dem armen Mann jetzt unrecht. Auf jeden Fall klingt das alles sehr interessant. 🙂

Hat mir besonders gut gefallen

Das war wohl Oben, auf dem Knochenberg.

Die Geschichte spielt im Schwarzwald und dort macht die Ich-Person einen Ausflug mit dem Rad. An einem Abend beschließt diese sich eine Burgruine anzusehen und dort dann auch zu übernachten. Doch vom Regen überrascht, beschließt der Ich-Erzähler in die Ruine hineinzugehen, in der es dunkel ist und man so gut wie gar nichts sehen kann.
Das Setting alleine klingt schon sehr schaurig, nachts, allein in einer alten Burgruine, in der man die Hand vor Augen nicht sehen kann und so ist es wohl nicht verwunderlich, wenn mich diese Geschichte gefesselt hat.
Und natürlich ist das noch lange nicht alles, denn auf einmal hört unser Radfahrer Schritte und merkt dass da jemand zu ihm nach unten in die Ruine kommt.

Eine wirklich schaurige und tolle Geschichte, die mir als kleiner Angsthase schlaflose Nächte bereiten kann. Ich würde allerdings auch nur tagsüber in eine Burgruine hineingehen und nicht freiwillig alleine dort übernachten wollen. 😀

Der Clou ist aber das Ende der Geschichte, denn damit konnte mich der Autor vollends überzeugen.

Hat mir nicht so gut gefallen

Meiner Meinung nach die schwächste Geschichte war Die vergessenen Kinder. Hier fängt es auch sehr schaurig an und ich habe durchaus Potential gesehen zu einer guten Geschichte.

Es geht um einen Spielplatz, der direkt neben einem Friedhof liegt. Aber der Teil des Friedhofes, der an den Spielplatz angrenzt ist der für die Kinder. Aus diesem Grund wird auch später ein anderer Spielplatz fernab vom Friedhof gebaut und der alte wird vergessen und verwahrlost.

Na, klingt doch richtig schön gruselig oder?
Und wenn dann die Spielgeräte sich von alleine bewegen, hat man eine gute Story. Aber trotzdem konnte mich die Geschichte nicht so fesseln. Das mag vielleicht am Ende liegen, denn so ein bisschen war ich enttäuscht, dass sich alles so schnell und umstandslos auflöst. Klar, der Autor versucht zwar noch irgendwie die Kurve zu bekommen und schiebt noch einen letzten Abschnitt hinterher, der einem eine Gänsehaut bescheren soll, aber leider war für mich schon einige Zeilen vorher die Spannung rausgenommen worden. Es schien mir, als würde der Autor kurz vor dem Finale noch einen Rückzieher machen wollen um den Grusel zu entfernen und es doch noch irgendwie „nett“ enden zu lassen. Das passte aber nicht zur Sammlung und deshalb musste noch ein kleiner Absatz hinterher. Trotz allem war die Geschichte nicht schlecht, nur nicht eben die Beste.

Fazit

Das war es auch so ein wenig, das mich während des Lesens ein klein wenig gestört hat. Schauergeschichten steht drauf und ich habe auch schauriges gelesen, aber letztendlich lief es doch meist immer auf eine logische Erklärung zurück, die den gruseligen Moment irgendwie weggenommen hat. Das fand ich wirklich schade, denn Schauergeschichten müssen für mich nicht erklärt werden, sie leben einfach von ihren Momenten bei denen man eine Gänsehaut bekommt und nicht weiß ob es wahr oder nicht ist.

Ganz kurz nur zu der oben erwähnten Geschichte. Biester passt meiner Meinung nach nicht so gut in diese Anthologie. Sie war nicht schlecht und ich fand die Idee dahinter gut und unterhaltsam, aber so richtig schaurig war sie dann doch nicht. Martin und Astrid lernt man kennen, die gemeinsam in einem kleinen Dorf wohnen, das fast jedes Jahr von Fröschen belagert wird. In Rückblicken erfährt man dann, was damals geschah.
Wie gesagt keine schlechte Geschichte, aber meiner Meinung nach auch keine Schauergeschichte. Und diese sei nur als ein Beispiel genannt. 


Kennt ihr diese Anthologie? Wie fandet ihr das Buch? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Liebe Grüße
Eure Diana

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Buchperlenblog

Huhu DIana!
Ha, schau an. Die Pilgerfahrt befindet sich auch auf meinem SuB, tatsächlich noch als haptisches Buch. Tatsächlich habe ich erwogen, die Anthologie auf die Gruselbingokarte zu packen, und ich denke, ich werds auch tun, auch wenn du sagst, dass die Schauergeschichten am Ende gar nicht so schaurig waren. Danke dir für diesen Einblick auf jeden Fall!

Alles Liebe!
Gabriela