Allein im tiefen, tiefen Wald von Christina Henry

Ich hatte schon etwas anderes erwartet, deshalb war ich leider ein wenig enttäuscht von der Geschichte.

Ich bedanke mich bei Was liest Du? und dem Penhaligon Verlag für das Rezensionsexemplar. Diese Rezension gibt meine Meinung wider und wurde in keiner Weise beeinflusst. 

Inhalt

Red ist auf dem Weg zu ihrer Großmutter. Denn seit die KRISE begonnen hat ist man nirgendwo mehr sicher. Es beginnt mit einem Husten und ist nicht aufzuhalten. Also beschließt Red zu Fuß den Weg zu gehen um möglichen Straßensperren auszuweichen und auch nicht in ein Quarantäne Camp zu müssen. Doch im Wald lauern Gefahren.

Der Kerl auf der anderen Seite des Feuers musterte Red von oben bis unten, von den wilden Korkenzieherlocken, die unter ihrer roten Kapuze hervorlugten, bis zu dem kleinen Beil, das neben ihr auf dem Boden lag.“ S. 7 – Kapitel 1 Der Geschmack der Angst

S. 7 – Kapitel 1 Der Geschmack der Angst

Meine Meinung

Das Cover ist…

Das Cover und auch der Buchschnitt sind wieder klasse gelungen. Ich liebe das an dieser Reihe, denn man sieht das sich wirklich Gedanken gemacht wird und dieses Rot ist richtig klasse!

Ansonsten war ich leider etwas enttäuscht von dem Roman. Nachdem ich die Alice Bücher von der Autorin gelesen hatte, hatte ich hier mit einer düsteren Adaption von Rotkäppchen gerechnet, aber außer das Red gerne rote Kapuzenpullis trägt und auf dem Weg zu ihrer Großmutter ist, konnte ich keine Gemeinsamkeiten zum Märchen entdecken.

Der Roman ist eine postapokalyptische Geschichte, die mehr an Zombie Filme erinnert. Grundsätzlich wäre das ja als Setting für eine Rotkäppchen Geschichte nicht schlecht gewesen, aber wie gesagt fanden sich keine weiteren Figuren des Märchens im Buch. Ich hatte einfach was anderes erwartet und bin deshalb bestimmt etwas enttäuscht gewesen. Denn sonst mochte ich das Buch eigentlich gerne lesen. Ich mag den Schreibstil von Christina Henry und auch wenn mir Red doch an vielen Stellen einfach auf die Nerven gegangen ist, habe ich mit Interesse verfolgt was denn genau dort los ist und ob Red es bis zu ihrer Großmutter schafft.

Immerhin sah er nicht krank aus. Natürlich sahen sie nie krank aus, wenn sie sich infizierten, aber schon bald fingen sie an zu husten, und ihre Augen röteten sich, weil so viele Blutgefäße platzten, und ein paar Tage, nachdem der HUSTEN begann, nun … es fing täuschend harmlos an.“

S. 9 – Kapitel 1 Der Geschmack der Angst

Aber wie gesagt, war Red manchmal schon ziemlich nervig.
Was ich allerdings cool fand, war das sie sich sehr akribisch auf ihre Wanderung vorbereitet hat und alles gut geplant hat. Was man leider von ihrer Familie nicht behaupten kann. Aber genau das hält sie ihnen immer wieder vor Augen und was ich besonders nicht mochte an ihr war, dass sie alle anderen für dumm gehalten hat und auch das jedem unter die Nase gerieben hat. So ist sie natürlich auch immer wieder erstaunt, wenn ihr Bruder Adam mal keine dummen Sachen gemacht oder gesagt hat. Und das ist schon eine fiese Charaktereigenschaft.
Vielleicht wollte die Autorin so nur noch unterstreichen, wie taff Red doch ist, aber mir hat sie das nur unsympathischer gemacht. Klar kann man vielleicht viele Dinge besser wissen als andere, aber man kann das auch anders kommunizieren. Wenn ihr versteht, was ich meine.

Die Story muss ich sagen war okay. Wie gesagt habe ich doch bis zum Ende darauf gewartet, dass es etwas mehr an das Märchen herankommt, aber bekommen habe ich dafür ein Walking Dead Feeling. Denn natürlich bleibt es nicht nur bei dem Husten, sondern es stellt sich auch noch heraus das es noch etwas viel Schlimmeres gibt. Mir persönlich war das etwas too much, denn eine Pandemie reicht für mich vollkommen aus, es muss nicht noch schlimmer werden. Vor allem da wir ja leider aus eigener Erfahrung wissen, dass es wirklich schon reicht, in einer Pandemie zu leben.

In der Mitte seines Brustkorbs befand sich ein riesiges Loch. Oder vielmehr, dachte Red, ist da ein Loch, wo eigentlich der Brustkorb sein sollte.“

S. 165 – Kapitel 8 Die Schlange darunter

Das Ende kam auch etwas plötzlich, nachdem sich die Wanderschaft von Red so lange hingezogen hat. Vielleicht hätte man da auch nochmal einen zweiten Teil hinterher schreiben sollen, anstatt es so plötzlich enden zu lassen. Ich weiß es nicht, aber so war es abrupt und als hätte die Autorin sich gedacht, ui, es sind schon über 300 Seiten, da muss ich aber schnell zum Ende kommen. Vielleicht hätte man sich stattdessen auch einige Beschreibungen von Red im Wald sparen können. 


Mein Fazit

Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt, nachdem ich die Alice Bücher der Autorin gelesen hatte und es hier um Rotkäppchen gehen sollte. Denn von dem Märchen ist wirklich nur ein Mädchen auf dem Weg zu ihrer Großmutter übrig geblieben.
Vielleicht hätte ich die Story auch mehr gemocht, wenn ich das mit der Adaption gar nicht im Kopf gehabt hätte. Denn schlecht ist die Geschichte nicht. Mit ein bisschen mehr Ausbau und einem nicht so abrupten Ende wäre es ein spannendes Buch geworden. So war es nicht mehr so überzeugend wie die Alice Bücher. Trotzdem bin ich aber noch auf die anderen Bücher von Christina Henry gespannt. 🙂

Weitere Meinungen:

Fakten zum Buch
Autorin: Christina Henry
Titel: Die Chroniken von Rotkäppchen – Allein im tiefen, tiefen Wald
Originaltitel: The Girl in Red
Übersetzung: Sigrun Zühlke
Verlag: Penhaligon
Seitenzahl: 399
ISBN: 978-3-764532550
Preis: 18,00€

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Buchperlenblog

Huhu Diana!
Ach ja, Red. Ist für mich nach wie vor ebenfalls das schwächste Buch von Christina Henry bisher. Ich mochte das Setting ziemlich gern, aber die Ausführung war dann doch nicht ganz so berauschend. Logikfehler, fehlende Abschlüsse einiger Fäden im Spiel, Reds zu toughe Art, die irgendwie unverschämt wirkte… Na ja. Aber um mal was nettes noch zu sagen, The Girl in Red ist Mitte 2019 erschienen, da gab es noch keine Pandemie – Da konnte man noch getrost aus Kranken Zombies machen xD

Liebe Grüße!
Gabriela

Nicole

Hallo Diana,

deine Kritik macht mich diesmal recht neugierig. Vielleicht mag ich es mehr, weil ich schon weiß, dass vom Rotkäppchen an sich nicht viel in der Geschichte ist. Gelesen wird es sicher. Danke für deine Meinung zu dem Buch.

Liebe Grüße
Nicole

[…] Allein im tiefen, tiefen Wald – Die Chroniken von Rotkäppchen von Christina Henry (Rezension) […]

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