[Klassiker] Charles Dickens II

Mein 1. Klassikerbeitrag im Jahr 2021 war eigentlich für den März geplant, aber Bleakhaus hat sich doch ganz schön hingezogen. Warum erzähle ich euch heute.

Bevor ich aber mit dem Buch starte möchte ich euch kurz nochmal erzählen, wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist. Letztes Jahr, also 2020, habe ich mir für jeden Monat einen Klassiker vorgenommen zu lesen, da ich einfach sehr viele im Regal stehen habe und endlich mal in diese Welten eintauchen wollte. Dazu habe ich aber auch noch ein zusätzliches Buch gelesen. Meist eine Biographie, aber es konnten auch andere Bücher zum Hintergrund der Geschichte sein. Hier ist nochmal meine Seite auf der ihr alle bisher gelesenen Bücher finden könnt.

Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mir für 2021 vorgenommen habe einfach mit dem Projekt weiterzumachen. Allerdings ist mir der Monatsrhythmus doch etwas zu stressig, deshalb nehme ich mir etwas mehr Zeit für die Klassiker. Geplant war ein 3-Monatsrhythymus, aber auch den haben ich leider direkt am Anfang nicht hinbekommen, deshalb wird jetzt einfach ein Beitrag erscheinen, wenn ich fertig bin. Ganz ohne Stress also. 😉

Und den Anfang macht mein Lieblingsklassikerautor Charles Dickens mit seinem Roman Bleakhaus.

Zum Buch

Und wow, was für ein Roman das war!

Zunächst einmal ist das Buch sehr dick und klobig und sehr unpraktisch zum unterwegs lesen. Aber kein Problem, wenn man es auch digital noch findet. 😉

Wie schon erwähnt lese ich Dickens total gerne, aber Bleakhaus war doch sehr anstrengend für mich. Als Einstiegsbuch würde ich es auf jeden Fall nicht empfehlen. Denn auch wenn wir hier wieder dem gewohnten Humor von Dickens begegnen, wird man einfach mit Fakten beworfen und manchmal waren es so viele, dass ich die eigentliche Geschichte nicht mehr gefunden habe.

Man startet mit einem Gerichtsprozess, der sich durch das ganze Buch zieht. Jarndyce gegen Jarndyce zieht sich schon seit Jahren hin und es ist kein Ende des Erbschaftsprozesses in Sicht. Um diesen Prozess herum wird dann die Geschichte der Figuren aufgebaut. Allen voran erzählt Esther aus ihrer Sicht wie sie von ihrem Vormund Mr. Jarndyce dem Besitzer von Bleakhaus erzogen wird und die Gesellschafterin seines Mündels Ada werden soll. Sie und sein anderes Mündel Richard sind auch betroffene im Prozess, was noch weitreichende Folgen haben wird.
Aber nicht nur diese Personen lernte ich kennen, dann ist da noch Sir Leicester Dedlock mit seiner jüngeren Frau Lady Dedlock, die auch irgendwie in die Geschichte verwickelt sind, allerdings doch anders als man denkt. Ach ja, dann ist da natürlich noch Mr. Tulkinghorn, der Anwalt von Sir Dedlock und Bewahrer verschiedener Geheimnisse. Na, habt ihr den Überblick schon verloren? Dann spare ich euch jetzt noch die anderen Charaktere, oder halt einen möchte ich noch vorstellen, denn in diesem Roman taucht ein Detektiv auf, der einen späteren Mordfall aufklärt, Mr. Bucket. Und wenn man dann noch von Fakten zum damaligen Gerichtshof und der Regierung bombardiert wird, dann verliert man leider mal den Überblick. Dazu kommt, dass die Schrift wirklich sehr klein war und wenn ich 40 Seiten am Stück gelesen habe, war das schon viel.

Die grundsätzliche Geschichte war durchaus interessant, denn Dickens verwickelt seine verschiedenen Figuren wieder geschickt so miteinander, dass am Ende ein großes Bild entsteht. Das mag ich sehr gerne, allerdings war mir der Hintergrund zum Prozess wirklich zu viel und ich gebe zu, ich habe leider auch nicht alles verstanden. Aus diesem Grund hat sich die Lektüre des Romans sehr lange hingezogen und auch wenn das nicht so extrem positiv hier klingt, werde ich nicht aufhören Charles Dickens zu lesen. 😀

Im Kontext

Wie in seinen anderen Romanen auch spielt Dickens in Bleakhaus mit seinen Charakteren, indem er ihnen bezeichnende Namen gibt. Da wäre direkt auch schon der Titel, denn „bleak“ bedeutet öde, trübe, freudlos und zeigt direkt schon wohin einen das Buch leiten soll. Obwohl natürlich Esther auf der anderen Seite ist, die Leben nach Bleakhaus bringt und es dort lebenswert macht.
Außerdem begegnet man in dem Roman vielen zwielichtigen Gestalten, wie Mr. Krook – „crook“ bedeutet Krücke und Gauner – der alles Mögliche hortet und nach seinem Tod sogar noch etwas Entscheidendes preisgibt.
Neben diesen Figuren begegnet man aber auch sehr skurrilen Gesellen, wie Mrs. Jellyby, die sich mehr um die Hilfe in Afrika bemüht als um ihre eigene Familie.

Es ist einfach ein komplexer Figurenstoff, den Dickens auflockert, indem er Esther ihre Geschichte in der Ich-Form erzählen lässt. Kritisch ist das nur, weil Esther eine sehr strenge moralische Einstellung hat und die anderen Figuren dadurch manchmal sehr kritisch betrachtet werden. Damit kann man aber sehen, „wie nahe Dickens am Zeitgeist war“. Auf der einen Seite vertrat er die viktorianischen Wertnormen und auf der anderen zog er gegen das politische und soziale System zu Felde, indem er zum Beispiel den Kanzleigerichtshof oder die Repräsentanten des Systems ins lächerliche zieht.

Wie schon erwähnt ist Bleakhaus kein Roman den man einfach so nebenbei mal lesen kann. Man muss dranbleiben um alles zu verstehen.

Zum Autor

Im letzten Jahr als ich meinen Beitrag zu Große Erwartungen geschrieben habe, habe ich auch eine kleine Biographie des Autors verfasst. Damit ich mich hier nicht wiederhole, verlinke ich euch einfach den Beitrag hier und wenn ihr Lust habt mehr über Charles Dickens zu erfahren, dann könnt ihr gerne dort vorbeischauen. 🙂

Meine Klassikerreihe geht weiter und das war mein erster Beitrag im neuen Jahr dazu. 😀

Es werden noch auf jeden Fall drei folgen und bei nächsten Mal reisen wir in die Welt der Kinderbücher, denn ich möchte mir gerne Astrid Lindgren und drei ihrer Werke näher ansehen. Genau, beim nächsten Mal stelle ich euch mehr als nur ein Buch vor. Also seid gespannt!

Ich freue mich über jeden Kommentar zu meiner Klassikerreihe.

Liebe Grüße
Eure Diana

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Nicole

Hallo Diana,

vielen Dank für den schönen Beitrag zu dieser wirklich schweren Kost, Ich hatte es vor Jahren versucht und mir war es dann zu verwirrend und zu eintönig. Aber an die Dame mit den Kindern in Afrika kann ich mich gut erinnern. Es zählt zu den wenigen Büchern, die ich abgebrochen habe. Dickens liegt mir einfach nicht.

Dann bin ich mal neugierig, welcher Klassiker als nächstes an der Reihe ist.

Liebe Grüße,
Nicole

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