Das Gerücht von Lesley Kara

Das Ende fand ich wirklich sehr genial!

Inhalt


Auf dem Schulhof fängt es an. Joanna hört es von den anderen Müttern. Eine Kindermörderin soll in Flinstead wohnen. Es ist nur ein Gerücht, aber dann erzählt Joanna es weiter. Und dann nimmt das Gerücht ein Eigenleben an und entwickelt sich weiter.

„Es beginnt mit einem Gerücht. Einem Flüstern am Schultor.“ (S. 11)


Meine Meinung


Das Cover ist sehr düster und das gefällt mir. Es passt sehr gut zur Geschichte.
Auch der Schreibstil ist sehr gut, obwohl ich zugeben muss, dass es an der ein oder anderen Stelle kleine Längen gibt. Aber ansonsten konnte man diesen Thriller sehr gut lesen.

Joanna kommt einem am Anfang nicht vor wie die typische tratschende Mutter, die sich morgens am Schultor mit den anderen Müttern trifft um Neuigkeiten auszutauschen.
Sie ist alleinerziehend bzw. ihre Beziehung zu Alfies Vater ist kompliziert.
Doch im Großen und Ganzen meistert sie ihr Leben sehr gut. Um ihren Sohn wieder Lachen zu sehen, ist sie von London nach Flinstead gezogen und hofft dort in der Nähe ihrer Mutter ein gutes Leben führen zu könne.

Doch dann hört sie das Gerücht zum ersten Mal.

Zunächst glaubt sie es überhaupt nicht und versucht nicht daran zu denken, aber wie Gerüchte so sind, setzt sich der Gedanke bei ihr fest und sie fängt an zu googeln. Mir hat es gut gefallen, wie die Autorin es geschafft hat, diesen Vorgang zu beschreiben, wie sich das Gerücht immer mehr verselbstständigt und wie Joanna erst ungewollt, dann aber bewusst dieses mit verbreitet.

„Da höre ich irgendwelches albernes Geschwätz am Schultor und schon verselbstständigt sich meine Fantasie.“ (S. 19)

Und immer wieder versuchte ich als Leserin herauszufinden, wer denn nun Sally sein könnte. Denn das sie in Flinstead wohnt, daran besteht kein Zweifel.
Denn zwischendurch erscheinen immer mal wieder kurze Kommentare von ihr selber. Nur Bruchstückhaft erfährt man näheres aus der Vergangenheit.

Und doch ist dieser Roman auch eine Geschichte darüber, einfach mal seine Meinung zu sagen. Denn Joanna rechtfertigt sich doch zwischendurch sehr und denkt darüber nach wie sie hätte besser handeln sollen, aber sie tut es nicht und das ist hier leider die Hauptsache. Sie steht nicht dazu, dass sie dieses Gerücht eigentlich nicht glaubt bzw. es nicht gut findet, was es für eine Hexenjagd auslöst. Bis sie in den Mittelpunkt gerät. Aber dazu möchte ich dann doch nicht zu viel verraten. 😉

Manchmal hat mich Joanna dann doch ein bisschen genervt, denn sie entwickelt einen regelrechten Verfolgungswahn und verdächtigt quasi jeden etwas mit der Sache zu tun zu haben. Das fand ich too much und hier hätte man die Story vielleicht etwas kürzen können.

Aber wow, das Ende ist einfach nur mega gut. Ich war vollkommen überrascht, als sich alles auflöste und dann die letzten Gedanken. Genial!


Mein Fazit


Seit längerem war das wieder ein Thriller der mir sehr gut gefallen hat. Okay, es gab leider einige Stellen die vielleicht doch etwas gekürzt hätten werden können, aber das Ende macht einfach alles wieder wett.
Ich war total geplättet und vor allem überrascht, damit hätte ich so gar nicht gerechnet. Man hat so seine Verdächtigungen, aber die Autorin hat mich total auf die falsche Fährte gelockt. Wenn Joanna nicht an einigen Stellen etwas zu paranoid gewesen wäre und mich dadurch genervt hätte, wäre dieses Buch ein klarer Punktsieger gewesen. So kann ich es aber auf jeden Fall denjenigen empfehlen, die gerne einen interessanten Thriller lesen und vor allem auf überraschende Enden stehen. Also, wow, das Ende war wirklich sehr klasse, das muss ich nochmal erwähnen. 😉

Ich bedanke mich bei vorablesen und dem dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.
Diese Rezension besteht aus meiner eigenen Meinung und wurde in keinster Weise beeinflusst.

Fakten zum Buch
Autorin: Lesley Kara
Titel: Das Gerücht
Originaltitel: The rumour
Übersetzung: Britta Mümmler
Verlag: dtv
Seitenzahl: 396
ISBN: 978-3-423-26242-2
Preis: 15,90€

 
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Janna | KeJasWortrausch
4 Monate zuvor

Huhu meine Feine, dieser Rezension von dir habe ich ja schon entgegengefiebert! Kleinere Längen finde ich nicht störend, wenn sie wirklich klein sind. Und seit langem ein Thriller, der dich eingenommen hat – Buch steht wieder auf der Wunschliste! Allein schon, weil ich neugierig bis was da am Ende auf mich wartet!
Ich habe da wohl einen Titel, der auf der Messe in meinen Beutel wandert (=

Mukkelige Grüße :-*