Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V.E. Schwab

Im Grunde eine sehr interessante Idee, aber in der Mitte für mich etwas langatmiger. 

Ich bedanke mich bei LovelyBooks und dem Fischer TOR Verlag das sie mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Diese Rezension stellt meine eigene Meinung dar und wurde nicht beeinflusst. 

Inhalt

Addie lebt im 18. Jahrhundert und das einzige was sie am meisten möchte, aber in dem Zeitalter nicht kann ist: ein freies Leben zu führen. Sie möchte nicht vorgeschrieben bekommen, wie man sich als Frau verhalten soll und vor allem wen sie heiraten soll. Deshalb macht sie das was ihr als letzter Ausweg erscheint, sie beschließt einen Pakt mit einem Gott der Nacht und lebt fortan ewig, aber der Preis ist, das sich niemand an sie erinnert.

Vergessen zu werden, denkt sie, ist ein bisschen wie verrückt zu werden. Man beginnt sich zu fragen, was real ist, ob man selbst real ist.“ (S. 134)


Meine Meinung

Das Cover wirkt sehr plastisch und gefällt mir wahnsinnig gut. Als könnte man die Kugel herausnehmen. 😀

Man lernt zunächst Addie etwas näher kennen und ihre Gedanken und Beweggründe. Ich mochte sie von Anfang an, denn sie ist wohl einfach im falschen Jahrhundert geboren. Sie sieht einfach keinen anderen Ausweg aus ihrer Situation als zu den alten Göttern zu beten und zu hoffen, dass sie sie bewahren vor einer Heirat, die sie nicht möchte und vor einem Leben in dem sie gebunden ist. Doch nur ein Gott erhört sie und dieser ist einer bei dem man vorsichtig sein sollte was man sich wünscht, denn man bekommt nicht immer genau das was man möchte.

Die alten Götter mögen groß sein, aber sie sind weder freundlich noch barmherzig, sondern launisch und unbeständig wie Mondlicht auf Wasser oder wie Schatten in einem Sturm. Wenn du sie anrufen willst, gib acht: Überlege genau, worum du bittest und sei bereit, den Preis zu zahlen. Und ganz gleich, wie verzweifelt du bist, bete niemals zu den Göttern, die nach Einbruch der Nacht antworten.“ (Erste Seite)

Und natürlich ist es auch bei Addie so und zuerst tut sie mir schon etwas leid, denn so richtig hatte sie das so auch nicht gewollt, aber in ihrer Not beschließt sie den Pakt und ist von da an unsichtbar.

Die Idee des Buches finde ich sehr faszinierend, denn natürlich ist Addie nicht richtig unsichtbar, aber niemand kann sich mehr an sie erinnern und vor allem wird sie vergessen sobald sie einen Raum verlässt oder ein neuer Tag heranbricht. Deshalb streift Addie durch die Jahrhunderte einsam und allein und kann nichts hinterlassen außer kleine Fußabdrücke, die aber erst nach und nach sichtbar werden.
Doch sie ist nicht ganz allein, denn ab und zu taucht Luc, der dunkle Gott, auf und versucht sie mürbe zu machen, damit sie aufgibt und er ihre Seele bekommt. Was ich toll fand ist, das sich Addie nicht von Luc unterkriegen lässt und so beginnt ein Kampf zwischen den beiden, bei dem nur einer gewinnen kann. Das ist auch so ein Part der mir nicht so extrem gut gefällt, denn dieser Kampf geht gefühlt ewig weiter und selbst am Ende gibt es keine richtigen Sieger. Da war ich nicht so ganz glücklich mit.

Der erste Schuss wurde vielleicht schon in Villon abgefeuert, als er ihr Leben und ihre Seele stahl, aber das hier ist der Beginn des Krieges.“ (S. 201)

Doch zuerst möchte ich noch etwas mehr vom Buch erzählen, denn ich hatte fast mit einer Liebesgeschichte gerechnet, denn später im Buch taucht noch Henry auf. Henry ist was Besonderes, denn er kann sich an Addie erinnern. Warum möchte ich hier nicht erzählen, das müsst ihr schon selber herausfinden, nur so viel, dass sich Addie darüber natürlich sehr freut und deshalb kommen sich die beiden näher. 😉
Allerdings wurde ich mit Henry nicht so richtig warm und der Teil um den es hauptsächlich um ihn geht zog sich für mich etwas dahin. Henry ist sehr melancholisch und ich wurde auch nicht so schlau aus ihm und den Beschreibungen über ihn. Was möchte er nun wirklich? Schön ist es allerdings, wie er am Ende mit einbezogen wird und erst da konnte ich ihn doch noch so richtig sympathisch finden. 🙂

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch, das ich es sehr cool finde, das die Autorin mit einer Selbstverständlichkeit darüber schreibt wer wen liebt und einfach nur die Liebe in den Vordergrund stellt und es vollkommen egal ist ob sich Addie in eine Frau verliebt oder Henry einen Freund hatte. Es sind einfach nur Beziehungen ohne groß darüber zu diskutieren. Das hat mir sehr, sehr gut gefallen, denn so sollte es einfach sein.


Mein Fazit

Hatte ich doch am Anfang meine Zweifel, ob es nicht doch ein Liebesroman werden könnte, wurde ich eines besseren belehrt. Denn es geht hauptsächlich wirklich einfach nur über Addie und wie sie ihr ewiges, unsichtbares Leben führt. Das war sehr interessant und spannend, wie sie die Jahrhunderte durchlebt. Allerdings fand ich den Mittelteil nicht mehr ganz so fesselnd und das Ende ist zwar okay, aber dieser ewige Kampf zwischen Addie und Luc war mir etwas zu viel. Ich mochte das Buch lesen und würde es auch weiterempfehlen, denn Addie ist ein toller Charakter und man muss sie unbedingt mal kennen lernen. 🙂

Weitere Meinungen:

Fakten zum Buch
Autorin: V.E. Schwab
Titel: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
Originaltitel: The invisible Life of Addie LaRue
Übersetzung: Petra Huber & Sara Riffel
Verlag: Fischer TOR
Seitenzahl: 590
ISBN: 978-3-596705818
Preis: 18,00€

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Nicole

Hallo Diana,

das ist die erste nicht so begeisterte Rezension, die ich zu dem Buch lese. Ich bin von den positiven Stimmen schon richtig angeheizt und finde es gut, dass du mich etwas abkühlst. Nicht, dass meine Erwartungen über das Ziel hinaus schießen.

Was bin ich neugierig auf Addie, Luc und Henry – mal schauen, ob mir die Konstellation mehr zusagt. Ich frage mich, warum Henry sich wohl als Einziger erinnern kann? Vielleicht ein perfider Plan von Luc?

Liebe Grüße,

Aleshanee

Hi!

Schade dass es dich nicht komplett überzeugen konnte. Ich mochte einfach alles, es war ein großartiges Zusammenspiel von den Charakteren, den Zeiten und dem Pakt und dessen Konsequenzen. Aber immerhin warst du nicht ganz enttäuscht, das ist ja schonmal etwas 🙂

Liebste Grüße, Aleshanee