[Anthologie] Schwarze Schafe von Carola Clasen

Da ist auch schon wieder der letzte Mittwoch im Monat und somit wieder Zeit für eine Anthologie.

Diesmal ein Buch, das schon recht lange auf meinem SuB liegt. Um genau zu sein seit 2006. Äh, okay, lassen wir das. Auf geht’s zum Beitrag.

Wie ihr es euch sicher schon gedacht hat geht es in Schwarze Schafe um Krimigeschichten. Wobei hier manche Mal mehr und mal weniger die Kriminalgeschichte im Vordergrund stehen, aber was bei allen gleich war: es gibt jemanden der stirbt. 😉
Man steigt in das Buch mit seinen 20, teilweise sehr kurzen, Geschichten sofort ein und erst am Ende hat mir die Autorin dann erzählt wie sie auf die Idee zu dem Buch gekommen ist.

Grundsätzlich ist das Krimigenre kein neues Gebiet für Carola Clasen, aber auf die Idee Kurzgeschichten zu schreiben ist sie durch den Autor Ralf Kramp gekommen, der ihr auch das Cover zu diesem Buch zugeschickt hat. Daraufhin hat sie, wie sie in ihrer Danksagung erzählt, mit ihren Söhnen Brainstorming betrieben und so sind diese Geschichten entstanden.
Wie immer finde ich es interessant etwas zum Hintergrund der Geschichten bzw. einer Anthologie zu erfahren und deshalb war es wirklich meiner Meinung nach sehr gut, dass Carola Clasen in ihrer Danksagung nochmal was zu dem Buch erzählt hat und es doch nicht komplett unkommentiert gelassen hat.
Ansonsten finden wir in dem Buch 20 recht unterschiedliche Geschichten versammelt, die manchmal amüsant sind und manchmal aber auch überhaupt nicht. Für alle Krimifans ist also was zu finden.

Die Autorin

Vielleicht ganz kurz nur wie das Buch in mein Regal gekommen ist. Wie gesagt, steht es da schon seit 2006 und um genau zu sein, seit September 2006 als ich mit meiner Familie in der Eifelkriminacht im Berli (ein Kino bei uns) war und einen spannenden Abend verlebt habe. An dem Abend hörte ich dann also einen kleinen Vorgeschmack auf Schwarze Schafe und beschloss, mir das Buch zu gönnen. Und dann stand es im Regal, fast 15 Jahre lang.
Dabei bin ich eigentlich kein so großer Fan von Regionalkrimis, aber hier fand ich das nicht so schlimm, denn es waren ja kurze Geschichten. 🙂
Außerdem ist Carola Clasen eine Kölnerin und wie kann man ihr dann was abschlagen? 😉

Im Buch gibt es leider nur eine ganz kurze Biographie über sie und zwar das sie bis zu ihrer Heirat nach ihrem Sprachenstudium in Belgien lebte und 1998 ihren ersten Eifel-Kriminalroman veröffentlichte.
Natürlich war mir das etwas zu wenig und so habe ich nachlesen können, dass ihr letzter Roman Leichenstille 2020 erschienen ist und sie „Queen of Eifel-Crime“ genannt wird. Ein schöner Titel wie ich finde. 🙂
Außerdem wohnt sie in meiner Heimatstadt und das gibt nochmal einen Pluspunkt. 😉

Aber nun ans eingemachte und zwar die Geschichten. Denn ich muss sagen, dass es mir diesmal wieder mal schwer gefallen ist eine Auswahl zu treffen, aber leider in die andere Richtung, denn ich fand keinen großen Draht zu den Geschichten, obwohl mich die ein oder andere zwar amüsieren konnte, aber so richtig fesseln leider nicht. Dennoch habe ich wieder zwei Geschichten für euch rausgesucht.

Hat mir besonders gut gefallen

Wie gesagt fiel es mir diesmal nicht leicht eine Geschichte auszuwählen, die mir besonders gut gefallen hat, denn obwohl mir die ein oder andere gefallen hat, fehlte mir doch bei allen der letzte Schliff, der mich restlos überzeugen konnte.
Trotzdem würde ich sagen, dass Das Fest des Friedens noch am ehesten in diese Kategorie passen würde. Wir lernen dort eine ältere Dame kennen, die alleine in ihrem Haus lebt und die ihre Tochter und Enkeltochter nur sehr selten sieht. Aber Weihnachten steht vor der Tür und da wird sie die beiden sehen, deshalb möchte sie es hübsch haben und bittet „ihn“ die Lichter wie jedes Jahr im Garten zu verteilen. Das heißt sie bittet ihn nicht, sondern er macht es. Ja, der Herr wird die Geschichte über nur als er bezeichnet und man merkt, dass die ältere Dame eine Abneigung gegen ihn hat. Er kümmert sich um ihren Garten und sie scheint es nicht so recht zu wollen. Naja, langer Rede, es passiert ein Unfall. Viel mehr möchte ich natürlich nicht verraten, aber ich mochte den schwarzen Humor in dieser Geschichte und auch das ich als Leserin nicht so recht wusste, was Absicht war und was nicht. Außerdem ist die Auflösung sehr köstlich und genau mein Geschmack. Eine kleine, feine, böse Geschichte. Genau wie ich es mag. 😉

Hat mir nicht so gut gefallen

Es gab leider einige Geschichten, die mir nicht so gut gefallen haben, denn nicht alle sind meiner Meinung nach abgeschlossen. Was ja theoretisch nicht schlimm wäre, aber hier hatte ich das Gefühl, als würden sie mittendrin aufhören und als wäre das Ende nicht offen, sondern fehlte einfach. Und so war es auch bei Bitte ein Bit.

Es geht um zwei Brüder. Der eine ist sehr erfolgreich und der andere hat immer wieder Probleme und behält nie lange einen Job. Ersterer besorgt letzteren einen Job in der Brauerei in der er arbeitet und lässt ihn bei sich wohnen. Allerdings traut er ihm nicht über den Weg, vor allem weil er sehr wertvolle Gegenstände in seiner Wohnung hat. Was würde da näher liegen, als anzunehmen, dass der jüngere Bruder diese klaut und verkauft?
Johann, der älterer Bruder, steigert sich immer weiter in diese Gedanken hinein und das hat schon leichte Züge von Verfolgungswahn. Fast schon krankhaft.
Das hat mir keinen Spaß gemacht zu lesen, denn irgendwie hatte es für mich nicht so richtig Hand und Fuß. Und auch das Ende war sehr seltsam und so ganz anders, als es der Aufbau der Geschichte vermuten lässt. Es passte nicht so ganz zusammen und ich musste mehrmals lesen um es zu verstehen. Es war für mich einfach so zusammenhanglos, da hätte man sicher mehr draus machen können.

Fazit

Leider fällt mein Fazit für diese Anthologie nicht so gut aus, denn obwohl es Geschichten gab, die bitterböse sein konnten, konnte mich das Buch trotz allem nicht fesseln. Ich glaub es lag auch etwas am Schreibstil, denn eine Geschichte triefte mal nur so vor schwarzem Humor und eigentlich mag ich sowas ja, aber dann gab es auch viele, die einfach zu unerklärt blieben. Deshalb kam ich nicht so richtig rein, es ging sogar soweit, dass ich die letzte Geschichte Das Schweigen der Schafe nur noch quer gelesen habe und ja, leider war ich etwas erleichtert als ich das Buch zuklappen konnte. Wirklich schade, aber ich kann immerhin sagen, es ist vom SuB befreit.
Vielleicht lese ich deshalb keine Regionalkrimis, weil ich einfach keinen Draht dazu finde, ich weiß es nicht.

Kennt ihr diese Anthologie? Wie fandet ihr das Buch? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Liebe Grüße
Eure Diana

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Gabi

Hallo Diana, ich finde ja, dass Kurzgeschichten sehr schwer zu schreiben sind. Als Leser denkt man oft, bei der Kürze könnte man ja schnell mal ein Dutzend davon raus hauen. Aber bei genau den Kritikpunkten, die Du hier ansprichst, entscheidet es sich dann. Man hat nicht viel Zeit, um ein fulminantes oder schlüssiges Ende vorzubereiten, es muss einen im besten Fall verblüffen und auf den Punkt sein. Und das ist höllisch schwer. Auch die Sprache hat nicht viel Zeit, erzählerische Breite zu entwickeln. Ich habe früher ziemlich gerne Regionalkrimis gelesen und die Tatsache, dass man die Schauplätze und Gegenden, vielleicht… Weiterlesen »