Shutter Man von Richard Montanari

Thriller finde ich als Bezeichnung etwas zu viel, aber ein Krimi der sich gut liest. 😉 

1976 werden vier Jungs beim Klauen von Batterien erwischt. Nachdem sie in den Ferien wegen des Diebstahls bei Jimmys Vater arbeiten müssen, sehen sie wie Desmond Farren einem Mädchen hinter her spannt. Am nächsten Tag ist sie tot.
2015 werden Laura und ihre Familie von zwei Männern überfallen und ermordet. Wie gehören diese Fälle zusammen?

Das Cover ist in dem Sinne nichts Besonderes, weil es eher ein typisches Thrillercover ist. Was mir allerdings immer sehr gefällt, ist wenn der Schnitt eingefärbt ist. In diesem Fall in einem tollen orange. Außerdem hatte ich das Gefühl es kam frisch aus der Druckerpresse. 🙂

Der Schreibstil ist generell gut und sehr interessant, aber vor allem auch fesselnd. Und es lässt sich prinzipiell gut lesen, allerdings werden am Anfang ziemlich viele Figuren vorgestellt und dadurch braucht es seine Zeit in die Geschichte so richtig reinzufinden.
Aber wenn man die Charaktere dann endlich mal auseinander halten kann, muss ich sagen, dass es schon einige sehr gut gezeichnete Personen sind.

Jessica ist eine wirklich taffe Frau, die mir direkt gefallen hat und gut mit Byrne zusammen arbeitet. Aber auch Billy mag ich irgendwie, obwohl er ja nicht zu den Guten der Geschichte gehört. Aber man entwickelt einfach Mitleid mit ihm und ich habe mich gefragt inwieweit er das alles immer freiwillig macht.
Dazu kommt zwischendurch ein Witz, der die Geschichte sehr auflockert und das gefällt mir immer sehr gut, wenn Autoren kleine Wortwitze einfügen. Das macht die Story dann nicht immer so ganz düster und mörderisch.

Ein Manko ist für mich allerdings, dass Byrne auf einmal in einem ganz anderen Fall ermitteln soll und da war ich dann zu allererst komplett verwirrt. Zwar löst sich nach und nach alles auf, aber letztendlich finde ich den zweiten Fall etwas störend und überflüssig.
So nimmt der Roman dann auch erst gegen Ende noch einmal so richtig Fahrt auf, denn dann folgen alle Erklärungen Schlag auf Schlag und es geht dann nur noch um die Verfolgung des Mörders.

Am Ende gibt es dann noch einmal eine totale Überraschung mit der ich dann nicht gerechnet habe und alles fügt sich gut zusammen, aber das die Fälle so vermischt werden war dann nicht mein Geschmack.
Im Nachhinein war es nur logisch wie das Buch enden würde, aber trotzdem verliert der Mordteil der Geschichte nicht wirklich an Spannung.
Und da sich am Ende ja dann doch alles aufklärt, verschwindet die Verwirrung komplett. Aber leider doch dann erst am Schluss.

Mein Fazit: Generell ist Shutter Man ein gut geschriebener Krimi (Thriller würde ich vielleicht nicht unbedingt sagen), der auch zwischendurch seine spannenden Momente hat und mit einem klasse Ende aufwarten kann, aber durch die vielen Personen am Anfang und dieser Wechsel der Fälle des Ermittlers war ich dann doch stellenweise sehr verwirrt und das hat mir dann doch das Lesen etwas verdorben.

Ich danke der Lesejury und somit dem Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar.

Lieblingszitate
“[…] jeder Mann, dessen Familie bedroht wurde, war unberechenbar.” (S. 69)
“Der Tod war kein gehörntes Biest. Der Tod war etwas, das im nachtschwarzen Wald lautlos aus den Schatten trat und einem den letzten Atem raubte.” (S. 147)
“Trauer […] hatte so etwas wie eine Halbwertszeit. Sie mochte über die Jahre weniger werden, doch sie würde niemals ganz verschwinden. In irgendeiner Ecke des Herzens überdauerte sie.” (S. 259)

Fakten zum Buch
Autor: Richard Montanari
Titel: Shutter Man
Originaltitel: Shutter Man
Übersetzung: Jan F. Wielpütz
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 477
ISBN: 978-3-404-17565-9
Preis: 10,90 €

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