Basar der bösen Träume von Stephen King

Grusel kurz und knapp. 🙂 

Mit Basar der bösen Träume hat Stephen King wieder einmal eine gute Kurzgeschichtensammlung rausgebracht. Und da ich seine Kurzgeschichten fast noch lieber lese als seine Romane (aber nur fast 😉 ), musste ich mir dieses Buch natürlich kaufen.

Das Cover ist eigentlich recht schlicht gehalten, aber bei Stephen King braucht es keine auffälligen Cover. Dafür kennt man ihn einfach schon zu gut. 🙂

Ich werde in meiner Rezension hier nicht auf alle Geschichten im Detail eingehen können, das würde etwas den Rahmen sprengen, aber ich versuche euch einen guten Einblick zu verschaffen.

Vor jeder Geschichte steht ein kleines Vorwort von Stephen King in welchem er erzählt, wie er auf die Idee dazu gekommen ist und kleine Anekdoten aus seinem Leben. Das gefällt mir schon einmal sehr gut, so fühlt man sich dem Autor als Leser einfach näher. Und hat einen direkten Einstieg in das folgende.

Wie es bei einer Kurzgeschichtensammlung nun mal so ist, hat mir natürlich nicht jede Geschichte gleich gut gefallen. Manche waren besser als andere und manche habe ich leider nicht ganz genau verstanden. Aber trotzdem habe ich auch hier einige Lieblinge und diese möchte ich euch dann doch mal benennen. Sehr gut gefallen haben mir Die Düne und Böser kleiner Junge. Vielleicht auch, weil diese Geschichten richtige King-Geschichten sind und das Ende einfach nur klasse ist. Ich liebe es, wenn am Ende alles anders kommt, oder der Horror einen verfolgt. 🙂
Ein Tod ist mal was ganz anderes, aber diese Geschichte fand ich trotzdem interessant.
Genauso fand ich Leben nach dem Tod sehr interessant und habe es mit einem Lächeln gelesen. Dann haben mir noch Moral und Ur sehr gut gefallen. Außerdem noch Ein bisschen angeschlagen. Da weiß man zwar wie die Geschichte enden wird, aber trotzdem war ich bis zum Schluss gefesselt.

Warum ich so gerne Stephen Kings Kurzgeschichten lese ist ganz klar, sie sind kurz und knackig und bringen die Geschichte direkt auf den Punkt. In seinen Romanen schweift er manchmal etwas von der eigentlichen Story ab, aber das kann er ja bei den kürzeren Stories nicht machen. Und durch dieses kurze ist man direkt gebannt und wartet nur auf den Schachtelteufel der aus der Ecke unweigerlich auf einen zuspringen wird. Wobei natürlich der Humor auch nicht fehlen darf. Das mag ich auch so an Stephen King, seine Geschichten und Romane bringen mich trotz allem immer mal wieder zum Lachen. Humor und Horror liegen einfach ganz nah beieinander. 😉

Der Titel selber der Sammlung lässt einen vielleicht mehr Horrorgeschichten vermuten, aber das diese nicht immer gruselig, blutig oder mit vielen Monstern gespickt sind, ist überhaupt nicht schlimm. Er verursacht einem auch mit alltäglichen Dingen eine Gänsehaut. Es müssen nicht immer Clowns oder verrücktgewordene Väter sein. 😉

Was mir sehr stark aufgefallen ist, ist, dass sich die meisten Geschichten um Moral drehen.
Nun sitzt Stephen King nicht mit erhobenen Zeigefinger da, aber bei vielen Stories hatte ich das Gefühl, als würde die Frage: „Wie würdest du handeln?“ im Raum schweben.
Das scheint schon irgendwie der gemeinsame Nenner zu sein und ich habe wirklich viel über einige Geschichten nachgedacht und mich gefragt, ob die Protagonisten richtig gehandelt haben. Wobei es manchmal einfach kein richtig oder falsch gibt. Aber man geht einfach in sich und grübelt.
Wenn das das Ziel von Stephen King war, kann ich behaupten, bei mir hat er es erreicht.

Mein Fazit: Basar der bösen Träume würde ich jetzt zwar nicht zu meinen Lieblingskurzgeschichtensammlungen zählen, aber trotzdem ist es einfach ein gutes Buch und einige der Geschichten waren wirklich interessant und fesselnd und haben mich zum Nachdenken gebracht. Und sollte das nicht eigentlich das Ziel einer guten Geschichte sein?
Dann muss ich doch sagen, dass es gelungen ist.
Trotzdem möchte ich euch hier an dieser Stelle noch drei meiner Meinung nach sehr gute Sammlungen empfehlen: Zwischen Nacht und Dunkel (in diesem Band geht es auch nicht immer um Horrorgeschichten), Frühling, Sommer, Herbst und Tod (indem die Geschichte zum ganz toll umgesetzten Film Stand by me zu finden ist) und Im Morgengrauen (wo ihr auch eine supergute Geschichte findet, die sehr gut verfilmt wurde, Der Nebel).
Das Buch habe ich im Zuge der Aktion Stephen King Mai von Jemima und Juliane gelesen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank an die beiden!

Wer noch etwas mehr über meine Teilnahme an der Aktion lesen möchte kann hier vorbeischauen: Fragerunde #1, #2 und #3.

Lieblingzitate

„Scheiß aufs Leben, […] wenn du nicht lachen kannst, lach trotzdem. […] traurig ist die Welt bloß, wenn du nicht verrückt bist.“ (Die Knochenkirche, S.243)
„Der Körper wird schwach, aber Wörter werden es nie.“ (Herman Wouk lebt noch, S. 426)
„[…] Sühne muss nichts Hässliches sein, manchmal ist die Wahrheit etwas Schönes.“ (Jener Bus ist eine andere Welt, S. 625)

Fakten zum Buch
Autor: Stephen King
Titel: Basar der bösen Träume
Originaltitel: Bazar of bad dreams
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 765
ISBN: 978-3-453-27023-7
Preis: 22,99 €

6 thoughts on “Basar der bösen Träume von Stephen King”

  1. Hallo Diana,

    gute Rezension – wobei ich es mir schwierig vorstelle, über Kurzgeschichten zu schreiben, da man ja den Charakteren nicht so nah kommt wie in einem Roman (und man ja auch nicht spoilern will). 🙂
    Danke auch für die Kurzgeschichten-Tipps, zumindest „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“ ist für mich schon fest eingeplant. Irgendwann wenn der SuB etwas kleiner ist 😉

    Abschließend vielen Dank fürs mitmachen, deine Kommentare & retweets! Es hat Spaß gemcht, mit Dir King zu entdecken! 🙂

    Viele Grüße,

    Jemima

    1. Hallo Jemima,

      ja, es war wirklich nicht leicht eine Rezension über das Buch zu schreiben. Hatte mir auch länger darüber Gedanken gemacht ob ich auf jede Geschichte einzeln eingehen soll oder nicht.
      Schön, das ich dir einen Tipp geben konnte. In Frühling, Sommer, Herbst und Tod sind natürlich auch noch andere gute Geschichte. Viel Spaß beim Entdecken. 🙂
      Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, man kann das nochmal irgendwann wiederholen. 🙂

      Liebe Grüße
      Diana

  2. Hallooo Diana,
    dank #litnetzwerk bin ich auf deinem Blog gelandet und diese Rezension hat mich überzeugt, vielleicht doch endlich mal Stephen King zu lesen. Kurzgeschichten sind ja auch schnell durch und machen mit seinem Schreibstil vertraut 🙂 Der Aspekt mit der „versteckten“ Moral hat mich aufhorschen lassen! Solche Geschichten liebe ich eigentlich, nur an Horror/Thriller etc konnte ich bisher eigentlich noch keinen Gefallen finden.

    Liebste Grüße,
    Celine

    1. Hallo Celine,

      dann sind die Kurzgeschichten wirklich was für dich, denn hier hat er nicht immer Horror- oder Thrillerelemente verarbeitet. Probier es einfach mal aus, mich würde echt interessieren, ob dir die Geschichten gefallen. 🙂

      Liebe Grüße
      Diana

  3. Pingback: Gemeinsames Lesen

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