Arbeitsplatz: Stadtbibliothek

Meine Arbeit in einer Stadtbibliothek ist vielseitig und macht mir sehr viel Spaß. Ich würde nichts anderes machen wollen. Aber lest doch selber: 

Ja, ich kann überhaupt nicht ohne Bücher leben, deshalb brauche ich nicht nur in der Freizeit viele Bücher um mich herum, sondern auch während meiner Arbeitszeit. Und was liegt da näher als in einer Bibliothek zu arbeiten?

Als ich nach der Schule überlegt habe, was ich jetzt machen möchte, war gerade eine Ausbildungsstelle in unserer Stadtbücherei frei und ich dachte mir, ich lese gerne und warum soll mir dann die Arbeit dort keinen Spaß machen?
Gut, dass ich genommen wurde, lag vielleicht auch daran, dass mich die Leiterin dort von klein auf kannte, denn ich war schon immer Vielleserin und deshalb auch fleißige Nutzerin der Bücherei, denn so viele Bücher konnten sich meine Eltern nun wirklich nicht leisten. 😉
Nach der Ausbildung habe ich dann in eine größere Stadtbibliothek gewechselt. Denn in der Kleinen konnte ich leider nicht bleiben. Naja, was soll ich sagen, in der Großen bin ich immer noch und ich gehe an jedem Arbeitstag gerne zur Arbeit, denn es macht mir nach wie vor viel Freude dort zu sein. (Okay, ich gebe es zu, es gibt natürlich Tage an denen ich auch mal keine große Lust auf arbeiten habe, aber hat solche Tage nicht jeder?)

Vielleicht erzähle ich euch aber erstmal was darüber, was ich dort genau mache:

Meine Berufsbezeichnung ist FaMI (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) mit Fachrichtung Bibliothek. Was ja nur logisch ist, wenn man in einer arbeitet. 😉
Neben dem obligatorischen Bücher einstellen, denn von alleine hüpfen die Dinger nicht ins Regal, besteht ein großer Teil der Arbeit im Auskunftsdienst. D.h. ich sitze am Infopoint und helfe verwirrten Lesern und Nutzern der Bibliothek. Und verwirrte Menschen finden oft den Weg zu uns.
Mit verwirrt meine ich natürlich keine geistige Verwirrung (obwohl wir ganz selten auch solche Nutzer haben), sondern einfach Menschen, die was bestimmtes Suchen, aber nicht genau wissen wo sie da hingehen müssen. Also starte ich eine Katalogrecherche und zeige den Kunden wo sie die Signatur des Buches sehen können und auf welcher Etage diese dann zu finden ist. Das macht Spaß, denn häufig kommen die Leser nicht mit einem genauen Titel, sondern haben nur einen Teil des Titels oder manchmal auch nur eine Farbe des Buches (das berühmte blaue Buch, was immer gesucht wird). Und dann muss man Detektivarbeit leisten um den Leser glücklich zu machen und wenn man das geschafft hat, freue ich mich immer total mit, denn es ist einfach schön Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen.
Ihr merkt schon, ich sehe den ganzen Arbeitstag hindurch viele verschiedene Menschen und das ist manchmal wirklich spannend. Dazu werde ich bestimmt noch den einen oder anderen Blog-Beitrag schreiben.

Einige Nutzer sind zwar nicht immer nett und dann muss man versuchen selber nett zu bleiben, was manchmal schwierig ist, aber die meisten Nutzer sind dann doch freundlich und bedanken sich ganz artig wenn man ihnen geholfen hat. 😉

Aber was mir ganz arg gefällt, ist die Arbeit mit den Kindern. Denn es macht einfach sehr großen Spaß, glänzende Kinderaugen zu sehen, wenn man ihnen Bücher zeigt. Deshalb werde ich gerade ganz frisch für unsere Kita- und Klassenführungen eingearbeitet, damit ich bald viel mehr mit den kleinen Lesemonstern zu tun habe.
Gut, manchmal hat man auch unter diesen Menschlein welche, die sich eher langweilen und keine große Lust auf Bibliothek haben, aber die Mehrzahl hört dann doch bereitwillig zu, wenn ich oder eine meiner Kolleginnen über die Bibliothek reden und ihnen erklären wie die Ausleihe und Rückgabe funktioniert. Und spätestens wenn man ihnen eine Geschichte vorliest, hat man die Herzen der Kinder im Sturm erobert.

Aber wer jetzt denkt, wir hätten nur Bücher, der irrt sich total. Oh nein, eine Bibliothek ist so viel mehr als ein Bücheraufbewahrungsort, weil eure Regale zu Hause zu klein sind. Zunächst einmal haben wir natürlich auch noch AV-Medien, sprich DVDs, Musik CDs oder Hörbücher z.B., darüber hinaus haben wir auch noch EBooks. Und wem das immer noch zu langweilig ist, für den haben wir noch einen Bereich, indem fast alles zu finden ist was das Technikherz begehrt. Z.B. steht dort unser 3D-Drucker und auch –Scanner, dort kann man unsere VR-Brillen finden und ab und zu wird dort auch einer unsere neusten Errungenschaften vorgestellt: Ein kleiner, süßer Roboter.
Das klingt doch wirklich spannend oder? Und nicht verstaubt und modrig. Und die vielen Besucher, die auch einfach nur zum Lernen und sich bei uns aufhalten kommen, können sich ja nicht alle irren, oder? Wir sind einfach toll! Und an diesem tollen Ort arbeite ich.

So genug Werbung gemacht. Was wollte ich euch noch erzählen? Ach ja, manchmal bin ich auch sogar als Buchdoktor unterwegs, dann leime ich arme kleiner Bücher, die leider ihre Seiten verlieren. Das einzige was nicht sooooo viel Spaß macht, ist wenn wir Bücher entsorgen müssen, aber auch das muss leider ab und zu sein. Und manche unserer älteren Bücher finden durch unser Antiquariat ein neues zu Hause bei einem eifrigen Leser.
Meine Arbeit ist einfach sehr facetten- und abwechslungsreich und genau deshalb macht es mir total viel Spaß dort zu sein, denn man weiß morgens nie was einem an einen solch spannenden Ort erwartet.

Und meine Kollegen sind auch durchweg nett. (Wirklich, ich habe bis jetzt noch keinen getroffen, mit dem ich nicht zurechtgekommen bin). Und ja, es gibt auch Männer bei uns, zwar immer noch weniger als weibliche Kollegen, aber ab und zu verirrt sich auch ein männlicher Mitarbeiter zu uns.
Wenn ihr jetzt aber denkt, wir unterhalten uns über Bücher, dann liegt ihr falsch. Ich muss ehrlich sagen, dass ich bei vielen Kollegen gar nicht weiß, was und wie viel sie lesen, denn über die Lesegewohnheiten unterhalten wir uns wirklich sehr selten.
Was ich allerdings genau weiß ist, dass wir bei uns viele Serienjunkies haben, denn über diese und auch über Filme wird dann doch öfters geredet. Sehr eigenartig wenn man so darüber nachdenkt, aber vielleicht ist das einfach der Ausgleich zu den Büchern die den ganzen Tag um einen herum stehen. Aber auf mich trifft das nicht so zu, klar ich schaue auch ab und zu Serien und Filme, aber bei uns zu Hause läuft selten der Fernseher und ich muss ehrlich sagen, ich lese dann doch lieber. Oder schreibe momentan auch sehr gerne an meinem Blog. 😉

Und wenn man mal wirklich einen schwarzen Tag hat und absolut keine große Lust auf Arbeit hat, dann kann man sich immer noch an all den Büchern im Regal erfreuen und ein bisschen selber durch die Regale schmökern. Und dann findet man auch immer ein Buch, dass noch unbedingt gelesen werden möchte. 😉

Ich hoffe, ihr habt jetzt erstmal einen kleinen Einblick über meine Arbeit bekommen. Ich werde sicherlich noch ab und zu Beiträge zu diesem Thema bloggen, denn mit lustigen Nutzern hat man viel zu erzählen.

3 thoughts on “Arbeitsplatz: Stadtbibliothek”

  1. Hallo,
    Ich gehöre dann zu den Verwirrten die euch besuchen 🙂 Und dank deiner Beschreibung weiß ich auch in welcher Bibliothek genau du arbeitest. Ich mag diesen Ort auch total gerne und habe mich schon oft gefragt, wie es wohl wäre da zu arbeiten.
    In der 9. Klasse hab ich Mal ein Praktikum in der Bücherei bei uns im Dorf gemacht und fand das toll.
    Ich bin gespannt, was du in den nächsten Beiträgen noch so erzählst.

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Hallo Julia,

      vielleicht laufen wir uns dann mal dort über den Weg und ich kann dir dann weiterhelfen. 😉

      Liebe Grüße
      Diana

  2. Pingback: Kundenkontakt

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