Die stille Kammer von Jenny Blackhurst

Für mich hatte das Buch leider nicht so viel von einem Psychothriller.

Inhalt


Nach vier Jahren im Gefängnis wegen Mordes an ihrem drei Monate alten Sohn, wird Susan wieder entlassen. Nun möchte sie ein neues Leben unter neuem Namen beginnen. Doch eines Tages ist ein Brief mit einem Foto in der Post. Auf dem Foto ist ein Junge und auf der Rückseite steht es wäre Dylan, ihr Sohn.
Woher weiß derjenige wer sie ist? Und warum schickt er ihr dieses Foto? Eine Drohung? Oder könnte Dylan wirklich noch Leben?


Meine Meinung


Das Cover ist wirklich klasse, ein Buch auf das ich direkt zugehen würde. Es ist düster, hat aber auch irgendwie was Schlichtes an sich. Sehr gut gemacht.

Am Anfang des Buches hat mich alles noch sehr angesprochen. Der Schreibstil ist gut und man wird als Leser miteinbezogen. Auch die Hoffnung und Verzweiflung von Susan kommt gut rüber. Denn sie scheint das Urteil nie so richtig akzeptiert zu haben.
Aber die Frage ist dann, was ist wirklich passiert?

Zwischendurch gibt es dann noch kurze Kapitel, die einem einen Einblick in die Vergangenheit (allerdings nicht von Susan) gibt und prinzipiell ist das ja nicht schlecht, denn dadurch kann die Spannung noch mehr gesteigert werden, aber hier verrät es doch schon sehr viel im Voraus und das ist schade. Denn dann bleibt dem Leser nur noch die Frage, warum.
Dadurch verliert der Thriller seine Spannung und auch das Psycho davor wirkt nicht gerechtfertigt. Für mich war es eine Aneinanderreihung  von Ereignissen, die zwar erst nach und nach aufgeklärt wurden, aber trotzdem ist einem schon relativ klar was ungefähr geschehen wird.
Dazu kommt, dass einige Übergänge in der Geschichte etwas abrupt und holprig geschrieben sind und ich war dann kurzzeitig verwirrt, bis ich wieder den Durchblick hatte.
Auch die Charaktere konnten mich nicht so reizen. Denn diese sind schon sehr Klischeehaft, wie leider vieles im Buch. Susan ist verunsichert und leichtgläubig und lässt sich von einem schönen Mann zum anderen bezirzen und erst gegen Ende setzt sie sich da etwas durch. Wobei mir die Löwenmama, die nur ihr Junges beschützen möchte dann doch fehlt.
Cassie, Susans Freundin, ist auch so ein Klischee. Sie ist natürlich die Männerhasserin, die Susan ihre Naivität vorwirft. Was auch sonst.
Außerdem sind doch sehr viele Mitläufer im Buch, die einfach nur das machen, was andere sagen. (Möchte an der Stelle aber nicht zu viel verraten.)
Gegen Ende taucht dann nochmal so ein riesiges Klischee auf und da hatte mich das Buch komplett verloren, denn wie auch sonst könnte es enden. Leider zu einfach gewählt.
Man erwartet den großen Kick, aber der bleibt dann doch aus.
Der Epilog ist zwar dann wirklich ergreifend und ich war zu Tränen gerührt, aber dieser konnte dann das Buch auch nicht mehr retten.


Mein Fazit


Ich hatte zuerst schon den Gedanken, dass es ja ein Thema ist, was schon öfters in Romanen verarbeitet wurde, aber durch die besondere Geschichte von Susan hat mich das Buch trotzdem angesprochen und ich habe auf eine spannende und unterhaltsame Geschichte gehofft. Leider bin ich nach der Lektüre sehr enttäuscht. Die Charaktere finde ich zu einfach und teilweise auch nervig und der Plot ist schon sehr klischeehaft. Schade!

Ich bedanke mich bei der Lesejury und dem Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar. 


Fakten zum Buch
Autor: Jenny Blackhurst
Titel: Die stille Kammer
Originaltitel: How I lost you
Übersetzung: Anke Angela Grube
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 445
ISBN: 978-3-404-17219-1
Preis: 9,99 €

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