Frankfurter Buchmesse 2017

Nach der Messe ist vor der Messe, oder so ähnlich. 😉

Jedes Jahr dasselbe, man fiebert zur Frankfurter Buchmesse hin und schwupp, ist sie auch schon wieder vorbei.
Gut, ich war auch nur einen Tag da, aber trotzdem war der wieder so schnell rum, dass man sich gefragt hat: „Wo ist die Zeit geblieben?“
Mir hat die Buchmesse wiedermal gut gefallen, aber leider gab es so einige Aspekte, die doch einen schalen Beigeschmack hinterlassen haben. Dazu später noch mehr.
Kommen wir erstmal zu meinem kleinen Plan.

Meist bin ich einigermaßen gut vorbereitet und habe einen kleinen Plan, was ich mir wann anschauen möchte. Wobei ich gemerkt habe, als Bloggerin bin ich noch nicht so richtig bei der Buchmesse angekommen. Mein Plan ist immer noch mehr der einer leidenschaftlichen Leserin. 😉
Aber egal.

Dieses Jahr haben meine Mutter, meine Schwester und ich die Buchmesse als Mädelsausflug genutzt und das hat wirklich Spaß gemacht. Angekommen sind wir leider später als geplant, aber das ist jedes Jahr dasselbe. Dadurch war mein schöner Plan schon direkt durcheinander. Nicht schlimm, denn so sind wir erstmal durch die Hallen geschlendert und haben einiges eingesammelt. Wobei ich immer weniger mitnehme. In den ersten zwei Jahren auf der Buchmesse habe ich wirklich alles mitgenommen und außer Rückenschmerzen vom Schleppen hat es mir nicht so viel gebracht. Aber man wird ja schlauer und deshalb wähle ich schon vorher gut aus, was mich interessieren könnte und was wohl eher nicht.

Um die Mittagszeit waren wir dann bei der ersten Kurzlesung. Im Autoren Speeddating war Veit Etzold und seine Frau zu sehen und nach einer halben Stunde, konnte ich mir auch noch ein Autogramm in mein Buch Skin holen. 🙂

Danach war dann noch ein wenig Zeit zum Stöbern, nur um dann auf die Agora zu gehen und Sebastian Fitzek auf der Open Stage zu lauschen. Unter anderem stellte er dort sein neues Brettspiel mit dem moses Verlag vor. Safehouse klingt wirklich spannend und gut und ich glaube, ich werde es mir noch diese Woche besorgen. Also der nächste Spieleabend ist gesichert. 😉

Auch sonst, war das Gespräch mit ihm wieder gewohnt locker und witzig.

Die Autogrammstunde danach habe ich dann aber sausen lassen, da mir erstens die Schlange zu lang war und zweitens bin ich in die Freundeskreis-Lounge gewandert um bei dem von Emily von Stopfi’s Bücherwelten organisierten Bloggertreffen dabei zu sein.
Ich habe ja generell immer etwas Schwierigkeiten neue Leute kennen zu lernen, aber trotzdem habe ich einige Visitenkarten einsammeln können und auch an den Gesprächen teilhaben können. Und ich muss sagen, es ist mal toll all die netten Menschen kennen zu lernen, die man sonst nur von Twitter etc. kennt. Ich würde mich freuen, wenn ich bei einem nächsten Bloggertreffen nochmal dabei sein kann.

Zum Abschluss waren meine Familie und ich dann noch im Lesezelt und haben einer Diskussion gelauscht, bei der Melanie Raabe, Friedrich Ani, Klaus Püschel und Überraschung Sebastian Fitzek dabei waren. Das war wirklich sehr interessant, wobei ich das Gefühl hatte, dass Klaus Püschel sich manchmal etwas fehl am Platz gefühlt hat, da die anderen ja Thrillerautoren sind und er über seine Arbeit als Gerichtsmediziner schreibt. Aber nichtsdestotrotz war es sehr unterhaltsam.

Und damit kommen wir dann auch schon zu den unschönen Dingen auf der Buchmesse. Während wir nämlich in dem Zelt gesessen haben, konnte man auf einmal eine lautstarke Menge Parolen rufen hören. Was sie genau gerufen haben, konnte man zwar nicht verstehen, aber das etwas vor sich ging war klar. Und als wir dann gehen wollten, war überall schwer bewaffnete Polizei, die die Hallen leerten (es war schon später) und an einem vorbeimarschierten. Dieses Polizeiaufgebot war mir schon von Anfang an aufgefallen und diese Menge habe ich all die Jahre vorher noch nie wahrgenommen. Aber wir ihr sicher schon alle mitbekommen habt, waren dieses Jahr rechtsradikale Verlage zugelassen.
Meine Meinung dazu ist ganz klar, denn ich denke, dass die Buchmesse keine Plattform für Nazis ist. Ich schätze die Meinungsfreiheit und finde auch, dass jeder ein Recht hat sich zu einem Thema (ob politisch oder nicht) zu äußern, aber bei Nazis hört mein Verständnis leider auf. Denn eine Diskussion setzt voraus, dass beide Parteien gewillt sind auch von ihrer Meinung abzuweichen und andere Gedanken zuzulassen und das ist bei Nazis leider nicht so.
Sie wollen doch einfach nur ihr Gedankengut verteilen und seien wir mal ehrlich, würden sie die Meinungsfreiheit akzeptieren und alle Gedanken zulassen? Nein, das würden sie natürlich nicht. Und genau deshalb denke ich, sollten Nazis nächstes Jahr bitte zu Hause bleiben und einem diese Tage nicht verderben. Denn momentan habe ich das Gefühl, dass man sich nicht mehr positiv zur Buchmesse äußern „darf“, weil man ja sonst die Randale weg redet. Und das finde ich äußert schade, denn es war ein schönes Erlebnis und ich möchte auf jeden Fall nächstes Jahr wieder hin und ich möchte nicht kritisiert werden, weil ich in den Social Media oder auf meinem Blog nicht genug über das Nazithema geschrieben habe.
Sorry, aber ich wollte das jetzt mal schreiben.

Nochmal zusammengefasst: Ich bin der Meinung, dass Nazis auf der Buchmesse nichts verloren haben. Und auch wenn viele meinen, man sollte das Gespräch suchen, glaube ich immer noch nicht das das was bringt, wenn man so festgefahren in seiner Ideologie ist, dass man keine anderen Meinungen akzeptiert.
So, das dazu.

Aber es gab noch einen anderen Punkt, der mir aufgefallen ist. Und das liegt an mir. Ich habe festgestellt, dass ich diese Menschenmassen nicht mehr so vertragen kann. Okay, jetzt ist samstags auch extrem viel los, aber ich hatte nicht so viel Muse wie sonst durch die Hallen zu schlendern, denn ich war sehr froh, als ich wieder von den Menschen weg war. Ich glaube ich werde immer Menschenscheuer und das macht mir irgendwie Angst. Denn früher hat mir das nichts ausgemacht. Aber dieses Jahr hatte ich schon dieses komische Gefühl als ich noch unterwegs war. Abends dann im Hotel war ich einfach nur froh, meine Ruhe zu haben. Kennt ihr das?

Aber trotz allem hatte ich einen schönen Tag und werde auch wieder nächstes Jahr hinfahren. Dann hoffentlich wieder an den Fachbesuchertagen. 😉

Liebe Grüße
Eure Diana

5 Gedanken zu „Frankfurter Buchmesse 2017“

  1. Hallo Diana,

    toller Messebericht. Ich stimme dir mit den Nazis voll und ganz zu, ich habe das Thema in meinem Messebericht auch überhaupt nicht erwähnt, weil ich davon auf der Messe gar nichts mitbekommen habe und ich eigentlich nur schöne Erinnerungen an die Buchmesse habe. Mir ging es aber auch so, dass mir viel zu viel los war und es war sehr stickig und warm noch dazu. Normalerweise macht mir das auch nicht viel aus, aber ich schätze am Samstag war es dann doch zu viel. Ich muss nächstes Jahr auf jeden Fall auch an einem Fachbesuchertag kommen, damit ich mir die ganzen schönen Stände mal in Ruhe anschauen kann.
    Es hat mich auf jeden Fall gefreut, dich beim Bloggertreffen kennenzulernen und man sieht sich hoffentlich bald mal wieder, spätestens nächstes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse 🙂

    Ganz liebe Grüße

    Pascale

    1. Hallo,
      Danke für deinen lieben Worte. 🙂
      Es stimmt, man konnte wirklich sehr schnell die Probleme mit den Nazis nicht mitbekommen. Dafür ist das Gelände zu groß. Hätten die nicht so laut gebrüllt und wäre nicht so viel Polizei gewesen, hätte ich auch nicht bemerkt.
      Klar, man wusste das die kommen wollten, hatte man ja im Vorfeld gehört, aber man läuft ja nicht auf der Messer rum und möchte denen unbedingt begegnen.
      Mich hat es auf jeden Fall auch gefreut dich kennen zu lernen und auf ein Wiedersehen würde ich mich auch freuen. 🙂
      Liebe Grüße
      Diana

  2. Hallo liebe Diana,

    Ich habe deine Visitenkarte beim Bloggertreffen bekommen und sie ist so wahnsinnig schön, omg! <3 Ich hab mich sehr gefreut dich auf dem Treffen zu sehen, auch wenn es leider viel zu kurz war…

    Das Bloggertreffen von Emily war sowieso definitiv eines meiner Messe-Highlights 😀 Ich finde einfach super, dass es so etwas gibt. Vor allem, weil man durch solche Treffen so viele Blogger mitsamt ihrer Blogs kennenlernt!

    Aber krass, das du das mit den Nazis so nah bei dir mitbekommen hast. Ich habe es live nicht miterlebt, aber am Sonntag war die Stimmung deswegen merklich bedrückter.

    Was die Menschenmassen angeht kann ich dich verstehen. Besonders auf der Leipziger Buchmesse war das schlimm. Da hat man teilweise 30 Minuten gebraucht um von einer in die andere Halle zu kommen.

    Ich hoffe du hast einen schönen Tag,
    alles Liebe,
    Felia <3

    1. Hallo,
      danke für das Kompliment für meine Visitenkarten. 😀
      Das freut mich zu hören.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass die Stimmung nach dem Samstag bedrückt war. Ich hoffe nur, dass die Veranstalter darauf reagieren und nächstes Jahr was ändern. Es ist nicht schön, wenn einem diese tollen Tage verdorben werden.
      Ui, dann wäre Leipzig ja nichts für mich gewesen. Das klingt ja furchtbar. :/
      Liebe Grüße
      Diana

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